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Dokument des Monats Juli 2006

Die Olympischen Spiele in Berlin 1936

Ein Sport- und Medienereignis

 

Foto: Polnische Funkreporter in Polen während der olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin
Polnische Funkreporter am Mikrofon
(Foto: DRA / Horst G. Lehmann)

Sportereignisse fanden von Anfang an ihren Platz im Programmangebot des Rundfunks. Berichtet wurde über Ruderregatten, Fußballspiele, Sechstage- und Pferderennen usw. Die Berichterstattung über die Olympischen Spiele 1924 (Chamonix/Paris), 1928 (St. Moritz/Amsterdam) und 1932 (Lake Placid/Los Angeles) blieb allerdings eingeschränkt. Aus Kosten- bzw. technischen Gründen wurden keine Wettbewerbe übertragen, sondern lediglich die Ergebnisse im Rahmen von Sonderdiensten bekannt gegeben.

1936 setzten die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen und vor allem die Sommerspiele in Berlin ganz neue Akzente. Letztere wurden zu einem internationalen Medienereignis: Anwesend waren ca. 1.800 Pressevertreter aus 59 Ländern sowie 125 Fotografen, die knapp 16.000 Bilder herstellten. Zum ersten Mal war das Fernsehen dabei; die Direktübertragungen des Fernsehsenders "Paul Nipkow" konnten in Berlin in sogenannten "Fernsehstuben" über 160.000 Zuschauer sehen.
 

Foto: Plakat für die 40-Länder-Zentrale
Plakat für die 40-Länder-Zentrale
(Foto: DRA)

Es waren auch die ersten Olympischen Spiele, die weltweit im Radio übertragen wurden. 41 ausländische Sendegesellschaften hatten Reporter nach Berlin geschickt. Die von ihnen gesprochenen Sendungen wurden von einer zentralen Übertragungsstelle im Olympiastadion, der 40-Länder-Zentrale, an die internationalen Sendeanlagen weitergeleitet. Seinerseits wurde der in der Hauptstadt ansässige "Reichssender Berlin" zum "Olympia-Weltsender" erklärt, der die Aufgabe hatte, "die Stadt der Weltspiele durch ein auserlesenes Programm widerzuspiegeln und in dieses den Ablauf der olympischen Kämpfe und Feierlichkeiten knapp, klar und bildhaft einzuweben."

Die Olympischen Spiele selbst sowie auch deren mediale Verbreitung sollten die Leistungsfähigkeit des nationalsozialistischen Deutschlands beweisen und standen ganz im Zeichen der NS-Propaganda. Auch gab sich das Regime der ausländischen Presse gegenüber friedliebend und weltoffen. Doch kann von einer "olympischen Pause" in den Verfolgungsmaßnahmen gegen politische und "rassische" Gegner nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Im Interesse einer störungsfreien Durchführung der Spiele wurden die Verfolgungen oftmals verschärft.

(Muriel Favre)

Aufnahmen:

Hörzitat 1 (1'21''): Ansprache von Joseph Goebbels an Vertreter der ausländischen Presse
30.07.1936 / DRA Wiesbaden

Hörzitat 2 (0'38''): Mitteilung des Olympia-Weltsenders
05.08.1936 / DRA Wiesbaden

 

Am Standort Wiesbaden sind zu den Olympischen Spielen in Berlin zahlreiche Tonaufnahmen und Bilder vorhanden, die die Dimension dieses frühen Medienereignisses in aller Deutlichkeit veranschaulichen. Auf Anfrage geben wir gerne darüber Auskunft.

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Hinweis

Weitere Tondokumente zum Thema sind auf der nachfolgenden CD enthalten, die über unseren Webshop erworben werden kann.

CD-Cover Titel der CD Bezugsmöglichkeit
Die XI. Olympischen Sommerspiele
Reportagen und Reden anläßlich der Olympischen Sommerspiele in Berlin, August 1936
Icon Warenkorb DRA-WebShopCD-Nr. 3
Preis: 5,00
im DRA-WebShop erhältlich

 

Stand: 29.6.2006

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