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Das besondere Dokument - 2017/1

"Spitzenparade" – Kabarettistisches DDR-Rundfunkprogramm
im Zeichen des Ätherkrieges

Morgen, ja morgen. Ein Produktionsband demonstriert den Herstellungsprozess von Schlagerparodien als musikalische Spitzen gegen den Westen
 

Drei Mal knapp 2 Minuten 30 Sekunden, drei Mal derselbe Song. Drei Mal hintereinander hören wir die Schlagersängerin Wanda Jackson mit dem schmissigen Refrain "Morgen, ja morgen", drei Mal greift ein Pianist beherzt in die Tasten und spielt schwungvolle Übergänge. Doch bei jeder Version tritt ein neues Element hinzu. Während die erste kahle Rohfassung neben dem eingängigen Refrain nur instrumentale Passagen enthält und an manchen Stellen merkwürdig abgedämpfte Texte nur vage vernehmbar sind, tritt bei der zweiten Fassung ein Chor hinzu. Er singt etwas von Teuerung und steigenden Preisen für Eier, Butter und Reis. Bei der dritten Fassung sind dann die übrigen instrumentalen Flächen von einer Sängerin gefüllt und ein fertiges Lied ist entstanden: "Morgen, ja morgen wird es noch teurer sein / Morgen, ja morgen ist nicht nur Brot allein / Morgen, ja morgen, wird es in Bonn am Rhein noch teurer sein." In beschwingtem Rhythmus wird auf angeblich rasante Preisanstiege in der Bundesrepublik nach der Bundestagswahl 1965 satirisch Bezug genommen.

Foto: Magnettonband mit Bandkarton: 'Morgen, ja, morgen'
Magnettonband mit Bandkarton: "Morgen, ja, morgen" in verschiedenen Produktionsstadien, 1965
Foto: DRA Babelsberg / Karin Pfundstein

Demonstrationsband "Spitzenparade": "Morgen, ja morgen" (1965)
Komponisten (Original): Karl Götz, Heinz Hellmer. Bearbeiter Musik (Parodie): Siegfried Schäfer. Text von Kurth Hertha (Original). Text der Parodie: N. N.
Es singen Wanda Jackson (Original) und Petra Böttcher (Parodie).

Hörzitat 1: Ausschnitt Urband (0'37)
Musikensemble mit Gesangsspur des zugrundeliegenden Originaltitels
DRA Babelsberg KONF.5368556

Hörzitat 2: Ausschnitt Urband mit Chor (0'31)
Musikensemble mit Gesangsspur des zugrundeliegenden Originaltitels und Chor (neu produziert)
DRA Babelsberg KONF.5368558

Hörzitat 3: Ausschnitt Urband mit Chor und Sängerin (fertiger Titel) (1'01)
Musikensemble mit Gesangsspur des zugrundeliegenden Originaltitels sowie Gesang von Petra Böttcher und Chor (neu produziert)
DRA Babelsberg KONF.5368567

 

Spitzenparade – Stiche nach Noten

Wir befinden uns mit diesem Dokument im Jahr 1965 und damit mitten im Produktionsprozess eines Titels für die Sendereihe, die im Deutschlandsender der 1960er Jahre über acht Jahre mit propagandistischer musikalischer Satire gegen die Bundesrepublik aufwartet: "Spitzenparade". Der Untertitel der Reihe, "Stiche nach Noten", verweist auf die Funktion und den Modus der Rundfunksatire: Sie soll Waffe im Musikgewand sein. Der Konfrontationskurs zwischen DDR und BRD in Hochzeiten des Kalten Krieges wird von beiden Seiten nicht zuletzt mit medialen Instrumenten betrieben (zur Rolle der Musik im deutsch-deutschen Ätherkrieg während des Mauerbaus vgl. auch http://1961.dra.de/index.php?id=29). Dass der Rundfunk politisches Kampfmittel sein soll, wird auch im Porträt zur Sendereihe in der Programmzeitschrift "Funk und Fernsehen" mit unmissverständlich martialischer Wortwahl verdeutlicht. So heißt es dort über die Redaktion Unterhaltung Wort des Deutschlandsenders, die für die "Spitzenparade" verantwortlich zeichnet: "Diese Mitarbeiter sind auch nicht ganz harmlos, denn sie haben eine gute Waffe. Im weiten Feld der Konterpropaganda führen sie eine scharfgeschliffene Feder. Die daraus fließenden Worte werden mit ebenso spitzen Zungen über den Sender verbreitet und sind den Frontstadtpolitikern in Westberlin und den Bonner Ochsenköpfen, die nicht gerne rot sehen, ein markanter Dorn im Auge." ("Algol", Funk und Fernsehen der DDR, 49/1961, S. 6)

Ingrid Ohlenschläger und Gerd E. Schäfer aus dem Interpretenensemble
Ingrid Ohlenschläger und Gerd E. Schäfer aus dem Interpretenensemble der Sendereihe "Spitzenparade". Berlin, Funkhaus Nalepastraße 1961
Foto: Fred Kastler

Der Deutschlandsender, der aus der Westabteilung des Berliner Rundfunks entstand und unter diesem Namen seit 1949 das offizielle Rundfunkprogramm der DDR für die Bundesrepublik ausstrahlt, hat die Reihe "Spitzenparade" seit 1961 im Programm. Noch vor dem Mauerbau, am 21. Februar 1961, und damit auf dem Höhepunkt der Eiszeit der deutsch-deutschen Beziehungen, geht die erste Ausgabe der Sendung über den Äther. Ebenso bezeichnend wie der Start der Reihe ist, dass die letzte Sendung am 14. September 1969 mit dem Beginn der Entspannungspolitik zwischen DDR und BRD zusammenfällt: Zwei Wochen später findet die Bundestagswahl statt, und die daraus hervorgehende sozialliberale Koalition unter Willy Brandt wird die staatliche Anerkennung der DDR initiieren, die in den Grundlagenvertrag von 1972 mündet. In der DDR konzentriert man sich in diesen Jahren verstärkt auf die eigene Identitätsbildung, das Feindbild BRD rückt aus dem Fokus. Als letzte Konsequenz wird dann irgendwann auch der Deutschlandsender mit seinem propagandistischen Konzept überflüssig werden und man wird ihn durch einen Sender ersetzen, der sich ganz auf das eigene Land und seine mediale Repräsentanz besinnt: Stimme der DDR.

 
Morgen, ja morgen, wird es in Bonn am Rhein noch teurer sein

Doch zurück ins Jahr 1965 zum Produktionsband von "Morgen, ja morgen": Als heutige Hörer des fertigen Songs sind wir irritiert über die holprigen Übergänge zwischen verschiedenen Akustiken. Die bissige politische Satire des Textes erkennen wir jedoch unmittelbar: "So geht das alle Tage. Der Preis, der steigt im Nu. Tarife, Brötchen, Mieten, das ist des Ludwigs Clou". Den Hörer aus dem Jahr 1965 erreichten mehrere Botschaften: Er erkannte den Song als damals populären Schlager aus der Bundesrepublik. Er erkannte die Stimme der Sängerin Wanda Jackson, einer US-amerikanischen Sängerin, die, wie in den 1960er Jahren bei angelsächsischen Interpreten üblich, diesen Titel in deutscher Sprache aufgenommen hatte. Und er erkannte eine Wanda-Jackson-Imitatorin – Petra Böttcher -, die einen neuen Text auf den wohlbekannten Ohrwurm legte. Er konnte den Text vermutlich mit einer tagesaktuellen Meldung in Zusammenhang bringen – es geht um Preissteigerungen für Lebensmittel in der BRD.

Die Kabarettistin und "Spitzenparade"-Sängerin Ellen Tiedtke sprach 1963 in einem Interview über ihre Mitwirkung in der Sendereihe. Sie plaudert über die Aufnahmen der Songs und ihre Freude an der Imitation der Originalsängerinnen:

Sängerin und Kabarettistin Ellen Tiedtke bei einer Aufnahme
Sängerin und Kabarettistin Ellen Tiedtke bei einer Aufnahme zur Sendereihe "Spitzenparade" im Funkhaus Nalepastraße Berlin, 1961
Foto: Fred Kastler

Hörzitat 4:
Ausschnitt aus der Sendung "Zu Gast bei Nationalpreisträgerin Ellen Tiedtke"
(0'24)

Ellen Tiedtke über die Sendereihe "Spitzenparade"
Erstsendedatum: 29.07.1963, Berliner Rundfunk
DRA Babelsberg KONF.1864262

 

Der Rundfunk der DDR setzt mit den Produktionen der Parodien ein selbstbewusstes und kämpferisches Signal: Er gibt zu verstehen, dass er mit der Macht der populären Musik aus dem Westen kreativ und leichthändig umzugehen weiß. Die große Beliebtheit von Tanzmusik und Schlagern aus dem angelsächsischen und westeuropäischen Ausland bringt nämlich die Kulturpolitik der DDR zeitweise in große Bedrängnis und lässt sie verkrampft reagieren: Als Gegenmaßnahmen werden großangelegte Offensiven zur Förderung populärer Musik von Künstlern aus der DDR propagiert oder aber strikte Quoten für Musiktitel aus der DDR eingeführt. Doch nun eine spielerisch anmutende Strategie: Der DDR-Rundfunk reißt quasi – um den Duktus der Programmmacher aufzugreifen – dem Feind die Waffe aus der Hand und ist willens, ihn mit dieser zu besiegen.

Die Wirkung der Propaganda in der Bundesrepublik ist nur mäßig. Zwar werden dort Hörer erreicht, die vor allem am unterhaltenden Musikprogramm der DDR-Sender interessiert sind - abgesehen von den wenigen, die ohnehin kritisch der BRD gegenüberstehen und empfänglich sind für die sozialistische Meinungsmache. Das Gros der westdeutschen Bevölkerung ist aber von einer das DDR-System ablehnenden Stimmung geprägt, so dass das Konzept dort auf generell wenig fruchtbaren Boden fällt. Außerdem ist die technische Reichweite des Programms im Westen eher gering (vgl. Klaus Arnold: Kalter Krieg im Äther, S. 604ff.).

 
Adenauer als alter Häuptling der Indianer und der arrogante Urlauber
aus der BRD bei den Capri-Fischern

Im Fundus der "Spitzenparade"-Schlagerparodien stoßen wir neben Umdichtungen von heute nicht mehr bekannten Liedern – wie eben "Morgen, ja morgen" – auch auf Titel, deren Bekanntheit sich gehalten hat und uns auch ein halbes Jahrhundert später als "Kultschlager" im Ohr sind. Da haut "der Konrad" dem Bundesbürger und treuen CDU-Wähler Emil Meier "mit dem Hämmerchen das Sparschwein kaputt", denn "auch die Raketen kosten ja Moneten". Da spricht dann der "alte Häuptling der Indianer" - wiederum Adenauer: "Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf", denn er leidet unter einem Vertrauensdefizit in der Außenpolitik – die "Bonner Boys" sind einfach "zu braun". Und zum Ende seiner Zeit als Bundeskanzler ruft er aus Verzweiflung über die ungeeigneten Nachfolgekandidaten: "Adelheid, schenk mir einen Gartenzwerg". Da kauft sich der US-amerikanische Alpentourist am Obersalzberg "lieber einen Tiroler Hut" als die dort feilgebotenen Hitler-Souvenirs. Da erkennen "zwei kleine Italiener", dass sie als Gastarbeiter in der Bundesrepublik nicht willkommen sind.

Und nicht zuletzt sehnt sich, "wenn bei Capri die deutsche Sonne im Meer versinkt", der Kölner bei Spaghetti und Vino nach Eisbein, Sauerkraut, Schnaps und Bier – freilich im strammen Marschrhythmus, der über den Gesang an "Bella Marie" gelegt wird. Zu hören ist nach der instrumentalen Einleitung, die der originalen Aufnahme des Schlagers aus der Feder von Gerhard Winkler und Ralph Maria Siegel entnommen ist, die neu produzierte Parodie. In ihr wird mit den Klischees des deutschtümelnden Bundesbürgers gespielt: Schneidiger Rhythmus und agitatorischer Duktus inklusive gerolltem "R" lassen den stereotypen Herrenmenschen herauskehren.

Hörzitat 5:
Ausschnitt aus der Parodie "Capri-Fischer"
(0'59)

Komponist (Original): Gerhard Winkler.
Bearbeiter Musik (Parodie): Rolf Kuhl.
Text von Andreas Anden (Parodie) nach dem Originaltext von Ralph Maria Siegel.
Es singt Helmut Müller-Lankow.
Aufnahmedatum: 1961
DRA Babelsberg KONF.5108616

 

 
Andere Zeiten – andere Waffen: die offizielle Ausrichtung der Satire in der DDR

Peter Bosse, Moderator der Sendereihe Spitzenparade
Peter Bosse, Moderator der Sendereihe "Spitzenparade". Berlin 1963
Foto: DRA Babelsberg / Günther Vent

Die "Spitzenparade" stellt ein herausragendes Beispiel für Satire im Programm des Deutschlandsenders dar. Satire in der DDR hatte primär die Aufgabe, nach außen über die Republikgrenzen hinweg zu wirken, um dort "das Feuer gegen den Imperialismus als Hauptfeind der Menschheit zu richten" (Peter Nelken: Die Satire – Waffe der sozialistischen Erziehung (1962), S. 107, zitiert nach: Joachim W. Jaeger: Humor und Satire in der DDR, S. 42). "Satire war primär als Agitationsmittel und nur sekundär als Kunstform angesehen." (Frank Wilhelm: Literarische Satire in der SBZ/DDR 1945-1961, S. 170) Das bedeutete unter anderem, dass Redaktionen von Satireorganen – sei es der Presse oder des Rundfunks – unter direkter Kontrolle der Kommission für Agitation der SED standen. Diese staatliche Lenkung hatte zum Ziel, die Satire zu instrumentalisieren und für die Zwecke der SED einzusetzen. Satire als Kunstform, die sich nach innen richtete und Missstände in der DDR thematisierte, wurde als "kleinbürgerlich" verurteilt. Etabliert werden sollte stattdessen eine parteitreue Ausrichtung der Satire mit dem klaren Feindbild der Bundesrepublik und ihrer Verbündeten. "Wahre Satire dient dem Neuen" war entsprechend der Titel, unter dem 1956 eine Direktive der SED zur Satire in der DDR in der Zeitung "Sonntag" abgedruckt wurde: Der Aufbau des Sozialismus sollte durch eine ihm angeeignete Art der Satire unterstützt werden. So entwarf der Satire-Theoretiker Werner Neubert 1966 das Motto "Andere Zeiten – andere Waffen" und führte zur Aufgabe der Satire in den Ländern, in denen der Sozialismus aufgebaut werden sollte, aus: "Die neuen Provinzen erfordern auch eine neue Art, sie satirisch zu bestellen. Wohl über zweitausend Jahre alt, geht die Satire nun wieder zur Schule, wie jeder und alles in unserem Lande macht sie ihre ersten Schritte." (Werner Neubert: Die Wandlung des Juvenal, S. 71 und S. 170)

Trotz aller theoretischer Bemühungen – Satire als Mittel bei der ideologischen Positionierung ist keineswegs eine neue Idee der Kontrahenten des Ost-West-Konflikts. Insbesondere die musikalische Satire ist ein längst etabliertes Mittel der Rundfunkpropaganda: Der Hörer wird gewonnen, indem er eine bekannte und beliebte Melodie erkennt, und er wird irritiert, wenn er die Abweichung vom Original bemerkt. Auf die musikalische Parodie als Element im Rundfunkprogramm, das propagandistische Wirkung beim Hörer erzielen soll, wurde schon im Zweiten Weltkrieg zurückgegriffen. Eine Reihe von Schlagerparodien aus der dieser Zeit sind im Deutschen Rundfunkarchiv überliefert, so zum Beispiel eine Parodie des klassischen Schlagers "Lili Marleen" durch den deutschsprachigen Dienst der BBC, dessen Text das NS-Regime als Kriegstreiber offen anklagt.

 
Lautsprecherkrieg während des Mauerbaus 1961: Ein Titel der "Spitzenparade" zum Besuch Konrad Adenauers

Das Rundfunkstudio verlassen hat die "Spitzenparade" ein Mal kurzfristig im August 1961, als man in den Tagen des Baus der Berliner Mauer den "Klassenfeind" in einer aufsehenerregenden Aktion direkt an der innerdeutschen Grenze beschallte: "Als Konrad unsere Friedensmauer besichtigte, stand ein Lautsprecherwagen bereit, und Gerry Wolff begrüßte mit seiner Stimme den alten 'Häuptling der Indianer'" (FF dabei, 49/1961, S. 6). Am 22. August 1961 versuchten Einsatzwagen des Rundfunks der DDR, Konrad Adenauers Besuch an der abgeriegelten Sektorengrenze durch Lautsprecherparolen und das Abspielen von Tonbändern zu stören. Über das Manöver berichtete sogar "Der Spiegel" in einem bissigen Artikel, der den späten Besuch, erst neun Tage nach Beginn der Absperrungsmaßnahmen, thematisiert. Dies wiederum veranlasste die DDR-Presse, die Rezeption des Ereignisses und der Störaktion propagandistisch aufzugreifen. Damit wurde die Anekdote über den Bundeskanzler, der angesichts dieses Affronts angeblich "wortlos, ohne noch einmal zurückzuwinken, verschwand" (Der Spiegel, 36/1961, S. 14), zu einem Mythos des Mauerbaus. Tönende Waffe in diesem "Lautsprecherkrieg" (Werner Stankoweit) war eine Produktion der "Spitzenparade", in der der Schlager "Da sprach der alte Häuptling" des Sängers Gus Backus auf einen angeblich amtsmüden Bundeskanzler Adenauer, der die Mühen des anstehenden Wahlkampfes zur Bundestagswahl 1961 beklagt, umgemünzt wurde. Passagen aus dem originalen Schlager aus dem Jahr 1960 – dieses Mal sogar der Refrain aus dem Original - sind gepaart mit neuen Passagen, in denen Sänger Gerry Wolff auch den niederländischen Akzent des originalen Interpreten imitiert:
 

Hörzitat 6: Ausschnitt aus der Parodie "Häuptling der Indianer" (0'50)
Komponist (Original): Werner Scharfenberger. Bearbeiter Musik (Parodie): Rolf Kuhl. Text von Peter Wehle (Original). Text der Parodie: Andreas Anden. Es singen Gus Backus (Original) und Gerry Wolff (Parodie).
Aufnahmedatum: 1961
DRA Babelsberg KONF.5108335
 

Manuskripte und Tonbänder der Sendereihe 'Spitzenparade'
Manuskripte und Tonbänder der Sendereihe "Spitzenparade" aus der Redaktion Unterhaltung Wort des Deutschlandsenders. Berlin, Funkhaus Nalepastraße 1961
Foto: Fred Kastler

Im Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg sind neben dem Produktionsband des Titels "Morgen, ja morgen" 262 Titel der "Spitzenparade" überliefert: Von der ersten Produktion "Souvenirs, Souvenirs" aus dem Jahr 1961 - eine Parodie des Schlagers von Bill Ramsey auf die angebliche Korruptheit von Politikern der Bundesregierung – bis zu den letzten Produktionen aus dem Jahr 1969, wie die Parodie auf den Beatles-Song "Ob-la-di, Ob-la-da", in der "das große Koalitions-Hopplati-Hopplata" im Wahlkampf zur Bundestagswahl 1969 auf die Schippe genommen wird.


 

(Karin Pfundstein)

 

Eine Auswahl von Schlagerparodien aus dem Bestand "Spitzenparade"

 

Weitere Tondokumente zum Thema in den Beständen des DRA

 

Verwendete Literatur und Quellen

Klaus Arnold: Kalter Krieg im Äther. Der Deutschlandsender und die Westpropaganda der DDR, Münster 2002.

Der Spiegel, 36/1961, S. 13f.. http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/43365850 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43365850.html

Funk und Fernsehen der DDR, Ausgaben: 49/1961, 17/1968.

Joachim W. Jaeger: Humor und Satire in der DDR. Ein Versuch zur Theorie, Frankfurt/Main 1984.

Mit dem Mikrofon dabei am 13. August 1961. Interview mit Karl-Heinz Neumann, Heinz Blankenhorn, geführt von Werner Stankoweit, in: Beiträge zur Geschichte des Rundfunks, Heft 3, 1981, S. 9 – 30.

Werner Neubert: Die Wandlung des Juvenal, Berlin 1966.

Frank Wilhelm: Literarische Satire in der SBZ/DDR 1945-1961. Autoren, institutionelle Rahmenbedingungen und kulturpolitische Leitlinien, Hamburg 1998.

 

Stand: 13. Dezember 2016
 
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