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Das aktuelle Ereignis

Geburtstag von Egon Erwin Kisch (29. April 1885)

125. Geburtstag am 29. April 2010



Kurzinformationen

Foto von Egon Erwin Kisch, ca. 1929
Ende 1929 wirkt Kisch bei einer Rundfunkreportage über die Reise mit einem historischen Benz-Automobil von Berlin nach Hamburg mit.
Foto: Deutsches Rundfunkarchiv

  Reporter, Schriftsteller
  • geboren am geboren 29. April 1885 in Prag
  • gestorben am gestorben am 31. März 1948 in Prag

 

 
 

Hörzitat (3'14") aus: Dokument
DRA Frankfurt B005235626



Der legendäre "rasende Reporter" stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie in Prag, wo er mit literarischen und journalistischen Arbeiten, darunter auch Reisereportagen, seinen beruflichen Anfang nimmt. 1913 deckt Kisch die Gründe für den Selbstmord des Oberst Redl auf und löst damit einen Skandal aus. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs schließt er sich immer mehr linksradikalen Kreisen an, wird Mitglied der Soldatenräte und beteiligt sich 1918 als Kommandeur der Roten Garde an der Novemberrevolution in Wien.

1919 kehrt Kisch zu seiner journalistischen Arbeit zurück, lebt seit 1921 in Berlin, von wo aus er für verschiedene Zeitungen berichtet und ausgedehnte Reisen unternimmt, die er in seinen literarischen Reisereportagen verarbeitet. Er besucht u.a. Nordafrika, die USA, China und fährt mehrfach in die Sowjetunion, von wo er ein geschöntes Bild der dortigen Verhältnisse vermittelt, während er sich über die USA kritisch äußert. Neben den Reisereportagen schreibt Kisch über historische Themen und veröffentlicht literarische Arbeiten.

Nachdem die Nationalsozialisten ihn als Kommunisten 1933 verhaften und ausweisen, setzt er seine Arbeit von Paris aus fort. Sein antifaschistisches Engagement führt ihn 1934 nach Australien, wo er durch einen spektakulären Sprung von Bord das Einreiseverbot zu umgehen versucht. Während des Zweiten Weltkriegs lebt Kisch im Exil in Mexiko und schließt sich der dortigen Emigrantengruppe mit Ludwig Renn und Anna Seghers an. 1946 kehrt er schließlich nach Prag zurück.

Im Rundfunk der Weimarer Republik war Kisch nur gelegentlich zur hören, vgl. Schriftsteller im Rundfunk. Von seinen Rundfunkauftritten in Deutschland sind keine Aufnahmen überliefert. Das einzige bekannte Tondokument ist die Reportage von den Revolutionsfeierlichkeiten für den Moskauer Rundfunk 1931.



Aufnahmen

Stand: 18. März 2010
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