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Das aktuelle Ereignis

Gedenktag der heiligen Johanna von Orléans (30. Mai)

(6. Januar 1412 bis 30. Mai 1431)



Kurzinformationen

Foto: Renate Geißler als Johanna von Orleans

Renate Geißler als Johanna in Schillers Johanna von Orleans, 1976
Foto: DRA Babelsberg / Nickel, Bernd

 
  • geboren am 6. Januar 1412 in Domrémy
  • gestorben am 30. Mai 1431 in Rouen

 
 
 
 
 

Hörzitat 1 (1'45") aus: Dokument
DRA Babelsberg IDNR 011964


Hörzitat 2 (2'01") aus: Dokument
DRA Frankfurt B003851768



Am 6. Januar 1412, vor 600 Jahren also, kam im lothringischen Domrémy, das sich heute nach ihr Domrémy-la-Pucelle nennt, jene Frau zur Welt, die als Jeanne d'Arc oder auch Jeanne la Pucelle Geschichte gemacht hat. Die Tochter eines begüterten Bauern hörte als 13järiges Mädchen "Stimmen" und hatte mehrere Erscheinungen des Erzengels Michael, der heiligen Katharina und der heiligen Margareta, die sie beauftragten, im Hundertjährigen Krieg für die Krone Frankreichs die Oberhand über die Engländer zu gewinnen. Es gelang ihr, zum französischen Thronfolger vorzudringen, das Kommando über eine militärische Einheit zu erhalten, einige überraschende Siege zu erringen, nach denen der Krieg sich zu Gunsten Frankreichs wendete. Danach war es dem Dauphin möglich, sich in Reims im Juli 1429 zum König krönen zu lassen. In der Folge jedoch kehrte sich das Schicksal gegen die junge Frau. Bei Compiègne geriet sie im Mai 1430 in die Hände ihrer Feinde, die ihr in Rouen den Prozess machten und sie am 30. Mai 1431 als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen verbrannten.

Der eigentliche Aufstieg der Jeanne d'Arc zur populären Figur und Nationalheldin fällt ins 19. Jahrhundert. Damals ging ihre Geschichte in zahlreiche Werke der Malerei und der Literatur ein. Von Rom 1894 als verehrungswürdig anerkannt, folgte 1909 die Selig- und 1920 die Heiligsprechung durch den Papst. Ihre Literarisierung und Ikonisierung fand auch in Deutschland ein Echo: bereits 1802 erschien Schillers Drama Die Jungfrau von Orléans. Am Beginn des 20. Jahrhunderts war es dann Bertolt Brecht, der mit Die heilige Johanna der Schlachthöfe oder mit Die Gesichte der Simone Machard die Figur für seine literarische Produktion adaptierte. Zu nennen wären aber auch andere Autorinnen und Autoren wie etwa Lion Feuchtwanger, Anna Seghers oder, außerhalb Deutschlands, zuvor schon Georg Bernhard Shaw, die ihre Geschichte aufgriffen und verarbeiteten.
Die Jungfrau, die "Stimmen" hörte, gilt als Patronin von Frankreich, von Orléans und von Rouen, aber auch als Schutzheilige der Telegraphie und des Rundfunks.


Fernsehdokumente


Tondokumente

 

Stand: 02. April 2012
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