[an error occurred while processing this directive]
 

Das aktuelle Ereignis

Geburtstag von Alfred Braun (03.05.1888)

125. Geburtstag am 3. Mai 2013



Kurzinformationen

Foto: Alfred Braun im Tonstudio des Haus des Rundfunks, Berlin 1947

Alfred Braun im Tonstudio des Haus des Rundfunks in der Masurenallee während der Produktion des Hörspiels "Der Hauptmann von Köpenick",
Berlin, 1947
Foto: DRA Babelsberg/Riewe

  Rundfunkpionier, Reporter, Autor, Sprecher, Regisseur, Conférencier, Sänger, Schauspieler
  • geboren am 03. Mai 1888 in Berlin
  • gestorben am 03. Januar 1978 in Berlin

 
 
 
 

Hörzitat (1'37") aus: Dokument
DRA Babelsberg K001864310



Alfred Braun war einer der ersten beim neuen Medium Rundfunk. Er war der Prototyp des Allround-Rundfunkmannes – als Reporter, Autor, Regisseur, Rezitator, Sprecher, Interviewer, Ansager, Conférencier, Sänger. Seine packenden Rundfunkreportagen sind bis heute ein eindrucksvolles Hörerlebnis.
Sein Leben war voller Widersprüche. Zunächst war Braun als Chefreporter für die Berliner Funkstunde tätig, wurde dann von den Nationalsozialisten 1933 ins Konzentrationslager Oranienburg gesperrt. Nach seiner Freilassung emigrierte er zunächst in die Schweiz, später in die Türkei. 1939 kehrte Braun nach Berlin zurück und war als Regieassistent und Filmregisseur u.a. auch bei Veit-Harlan-Produktionen tätig. Nach Kriegsende war er Mitarbeiter bei Radio Stuttgart und wechselte 1947 zum Berliner Rundfunk. Ab 1949 arbeitete er zunächst als freier Regisseur für Film und Funk, 1954 schließlich wurde er zum Gründungsintendanten des Sender Freies Berlin (SFB) gewählt. Ab 1957 als Programmdirektor tätig, ging Braun im Juni 1958 in den Ruhestand. Am 3. Januar 1978 verstarb er in Berlin.

Seine Tätigkeit beim Berliner Rundfunk verlief nicht ohne Anfeindungen und war insbesondere im Vorfeld der SFB-Intendantenwahl thematisiert worden. In einem Interview, geführt 1947 mit der Programmzeitschrift "Der Rundfunk", antwortete Braun auf die Frage, was er denn für das Programm des Berliner Rundfunks plane? "Große Reportagen, Bunte Abende, Hörspiele, Heitere Abende, nicht vom Brettl in den Senderaum 'verlagert', sondern eigenwüchsig fürs Mikrophon gemacht. In Hörspielen soll Berlin sich spiegeln" (Der Rundfunk, H. 17/1947). Zusammen mit Walter Gross bildete Braun 1947 das Duo "Schnurz und Piepe", zwei echte "olle" Berliner, die vor dem Mikrofon Darbietungen mit ihrer "Berliner Schnauze" begleiteten sollten. Es blieb bei der Ankündigung. Einzelne Beiträge wurden wohl produziert, fanden jedoch keine Aufnahme ins Programm.
Von Anfang an führte Braun Regie bei der Produktion von Hörspielen. Zu nennen sind u.a. "Der Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer (21.08.1947); "Der Weg aus dem Dunkel" von Hermann Sattler (10.12.1947) oder "Auf die Barrikaden" von Friedrich Karl Kaul, am 17. März 1948 im Berliner Rundfunk gesendet. Überliefert sind diese Hörspiele jedoch nicht.
Aus Anlass des 25-jährigen Rundfunkjubiläums wurde Braun zusammen mit anderen Veteranen des Rundfunks im November 1948 von Hans Mahle, dem Generalintendanten der Sender in der Sowjetischen Besatzungszone, empfangen. Braun selbst konnte ein Jahr später sein eigenes 25-jähriges Funkjubiläum begehen. Als besondere Feiertagsgabe brachte der Berliner Rundfunk am 25. Dezember 1949 "Romeo und Julia" mit der Musik von Herbert Trantow, in der Bearbeitung und Regie von Alfred Braun. Großer Beliebtheit erfreute sich 1949 die Sendereihe "Stelldichein mit Alfred Braun" der Berliner Welle, eine berlinische Unterhaltung, eigenwüchsig für das Mikrofon gemacht, mit allem, was für den Funk in Frage kam. Und schließlich seine Reportage zum 1. Mai 1949, in der er im gewohnten Reporterstil über die Feierlichkeiten an diesem Tag berichtete.

 


Aufnahmen

Weitere Aufnahmen von und mit Alfred Braun, auch aus seiner Zeit bei der Berliner Funkstunde auf Anfrage.

 

Literatur

Steffen Jenter: Alfred Braun - Radiopionier und Reporter in Berlin
(= Veröffentlichungen des Deutschen Rundfunkarchivs, Bd. 22), Potsdam 1998


 

Stand: 10. April 2013
[an error occurred while processing this directive]