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Das aktuelle Ereignis

Entdeckung des Aidsvirus (23.04.1984)

30. Jahrestag am 23. April 2014



Kurzinformationen

Foto: Wissenschaftler in einer Livesendung des DDR-Fernsehens

Wissenschaftler klären in der Livesendung vom 09.12.1987 "Urania extra – Aids: Tendenzen und Möglichkeiten zur Verhütung" die Zuschauer über Aids auf
Foto: DRA / Screenshot

 

Hörzitat 1 (2'15") aus: Dokument
DRA Babelsberg IDNR 024399

Hörzitat 2 (1'45") aus: Dokument
DRA Babelsberg IDNR 191663


Am 23. April 1984 verkündete die US-Gesundheitsministerin Margaret Heckler auf einer Pressekonferenz in Washington, Robert Charles Gallo, Virologe des National Institute of Health, habe den Erreger der Immunschwächekranhkeit Aids gefunden. Das Thema Aids erregte in der Deutschen Demokratischen Republik zunächst jedoch kaum offizielles mediales Interesse. Während in der Bundesrepublik Deutschland die Aidsproblematik bereits 1983 zu kontroversen politischen Debatten führte und große mediale Aufmerksamkeit erzwang, betrachtete die Staatsführung der DDR die Seuche lange Zeit als Angelegenheit des Westens, da es nach offizieller Auffassung in den Ländern des "real existierenden Sozialismus" weder einen Markt für intravenös zu injizierende Drogen noch eine promiskuitive homosexuelle Subkultur gab, die beide als Aids fördernde Risiken galten. Gleichwohl hatte die DDR bereits zu diesem Zeitpunkt ein tief gestaffeltes Vorsorgesystem geschaffen, bestehend aus einer vom Gesundheitsministerium mit allen Kompetenzen ausgestatteten Aids-Arbeitsgruppe und sogenannten regionalen "Konsultationszentren" sowie der systematischen Untersuchung von Blutspenden und der Meldepflicht für alle Verdachts- und Erkrankungsfälle. Ein Wandel der zögerlichen Informationspolitik zugunsten einer offiziellen Anti-Aids-Strategie zeichnete sich im Laufe des Jahres 1987 ab, zumal der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung beträchtlich zu sein schien. So klärten Wissenschaftler der Berliner Charité im Rahmen einer öffentlichen Sonntagsvorlesung im Februar 1987 explizit über die Infektionskrankheit auf und das Fernsehen der DDR strahlte in der Sendereihe "Urania" im selben Jahr zwei Livesendungen aus. In ihnen konnten Zuschauer anrufen und den Experten im Studio Fragen zur Problematik Aids stellen. Der international renommierte Dermatologe Prof. Dr. Niels Sönnichsen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten an der Berliner Charité, erhielt zeitnah den Auftrag, eine Informationsbroschüre mit dem Titel "AIDS – Was muß ich wissen? Wie kann ich mich schützen?" zu erstellen, in der die wichtigsten Fragen hinsichtlich der Aufklärung über die Krankheit Aids beantwortet werden sollten. Einen erneuten Höhepunkt der medialen Berichterstattung erlangte das Thema Aids mit der Maueröffnung 1989, drohte doch nun die Ausbreitung Aids begünstigender Faktoren auch in der Deutschen Demokratischen Republik.

 

Fernsehdokumente

Tondokumente

 

Stand: 10. April 2014
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