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Das aktuelle Ereignis

Aufnahme des innerdeutschen Linienflugverkehrs (10./11.08.1989)

25. Jahrestag am 10./11. August 2014



Kurzinformationen

  Videozitat 1 (0'15")
aus: Dokument DRA Babelsberg FESAD IDNR 179648
 
 




 

Nachrichtenverlese in der "Aktuellen Kamera" vom 10.08.1989 zur Aufnahme des Linienflugverkehrs zwischen Leipzig und Frankfurt am Main

 

Einen Messeflugverkehr zwischen beiden deutschen Staaten zur Leipziger Messe hatte es seit 1984 gegeben. 1989, 40 Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik und der DDR, wurde nun der regelmäßige Linienflugverkehr zwischen beiden Ländern eingeführt. Dieser war zunächst bis zum Ende des Sommerflugplans am 31. Oktober befristet. Langwierige Verhandlungen der Bundesregierung mit der Regierung der DDR sowie dem Berliner Senat und den West-Alliierten waren vorausgegangen.

Am 10. August 1989 um 10.30 Uhr landete eine Boeing 737 der Lufthansa aus Frankfurt am Main auf dem Flughafen Leipzig-Schkeuditz. Am nächsten Tag startete dann eine IL 62 der Interflug, der Fluggesellschaft der DDR, von Leipzig nach Düsseldorf. Beide Fluglinien passierten nicht die deutsch-deutsche Grenze, sondern flogen eine Schleife über die Tschechoslowakei.

Eine internationale Pressekonferenz am 10. August 1989 in Leipzig zeigte die unterschiedlichen Sichtweisen beider Länder: Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa Heinz Ruhnau wurden von westdeutscher Seite ein großer Erfolg für den innerdeutschen Linienflugverkehr und eine Erleichterung und Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Staaten erwartet. Klaus Henkes, stellvertretender Verkehrsminister der DDR und Generaldirektor der Interflug, bezeichnete die Aufnahme des deutsch-deutschen Linienverkehrs als "Ausdruck des Bemühens der DDR um gutnachbarliche Beziehungen" mit der Bundesrepublik. Nur zwei Tage zuvor, am 8. August, hatte die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin vorübergehend für den Publikumsverkehr schließen müssen, nachdem sie von 130 DDR-Bürgern, die ihre Ausreise in den Westen erzwingen wollten, besetzt worden war. Der Sommer 1989 wurde von einer Ausreisewelle geprägt, nachdem Ungarn im Mai desselben Jahres damit begonnen hatte, seine Grenzbefestigungen zu Österreich abzubauen. Insgesamt flüchteten im August 20.955 DDR-Bürger in den Westen, 12.812 DDR-Bürger durften mit Genehmigung ausreisen (Quelle: www.chronik-der-mauer.de).

Über die Hörfunksender der DDR wurde die Aufnahme des innerdeutschen Linienflugverkehrs nur in Form von Kurznachrichten vermeldet. Die Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens, die "Aktuelle Kamera", berichtete darüber am 10. und 11. August mit zwei Dokumentarbeiträgen. Der Linienbetrieb wurde als "Ausweitung des Messeflugverkehrs" bezeichnet. Um ins Ausland reisen zu dürfen, benötigten DDR-Bürger eine staatliche Erlaubnis. Sofern man nicht im Rentenalter war, wurde diese Erlaubnis bei Reisen in die Bundesrepublik wie auch in das übrige westliche Ausland nur in Sonderfällen erteilt. In sehr dringenden Familienangelegenheiten durften Verwandte ersten Grades in der Bundesrepublik und Westberlin besucht werden, wobei Ehepaare oder ganze Familien nicht zusammen reisen durften. Die Einführung des Linienflugverkehrs stellte somit für reisewillige DDR-Bürger keine Erleichterung dar.

 

Videozitat 2 (1'30")
aus: Dokument DRA Babelsberg FESAD IDNR 179669
 
 




 

Nachrichtenbericht der "Aktuellen Kamera" vom 11.08.1989 zur Aufnahme des Linienflugverkehrs zwischen Leipzig und Düsseldorf

 

 

 

Fernsehdokumente aus dem Programm des Fernsehens der DDR

 

Stand: 23. Juli 2014
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