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Das aktuelle Ereignis

Geburtstag von Adolf Grimme (31.12.1889)

125. Geburtstag am 31. Dezember 2014



Kurzinformationen

Foto: Adolf Grimme mit Otto Braun

Otto Braun und Adolf Grimme vor dem Preußischen Landtag am 24. Mai 1932 Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0620-500 / CC-BY-SA, via Wikimedia Commons

 

Politiker (SPD), Widerstandskämpfer, Generaldirektor des NWDR

  • geboren am 31. Dezember 1889 in Goslar
  • gestorben am gestorben am 27. August 1963 in Degerndorf am Inn

Hörzitat 1 (3'52") aus: Dokument
DRA Frankfurt K000664685

Hörzitat 2 (0'35") aus: Dokument
DRA Frankfurt K000625175

Hörzitat 3 (1'57") aus: Dokument
DRA Frankfurt K000496157


Adolf Grimme war engagierter Pädagoge, sozialdemokratischer Kulturpolitiker und preußischer Kultusminister im Kabinett Otto Braun am Ende der Weimarer Republik. Im Bestand des Deutschen Rundfunkarchivs sind fünf Original-Rundfunkaufnahmen von ihm aus den Jahren 1930–1932 verzeichnet. Das stellt eine relativ große Zahl dar, wenn man den schmalen Bestand der überlieferten deutschen Rundfunk-Wortaufnahmen dieser Jahre vor Augen hat, wohl wissend, dass Mitschnitte von Rundfunksendungen ohnehin erst ab 1929 in einem technisch aufwändigen Verfahren möglich waren. Zu erklären ist die Menge der Aufnahmen mit der Funktion Grimmes als Staatsminister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, der eben auch für Kultur verantwortlich war und in der "Kulturhauptstadt" Berlin bedeutende Ausstellungen, Kongresse, Theater- und Musikveranstaltungen betreuen beziehungsweise eröffnen musste. So am 19. März 1932 bei der Ausstellung "Goethe und seine Welt" in der Preußischen Akademie der Künste Berlin, in der er dem Verleger und Goethe-Sammler Anton Kippenberg für die Präsentation seiner Sammlung dankte (Hörzitat 3).

Grimme trat als Repräsentant der Preußischen Staatsregierung auch bei offiziellen Veranstaltungen wie zum Beispiel der Verfassungsfeier der Reichsregierung, der Preußischen Staatsregierung und der Stadt Berlin im Berliner Sportpalast am 11. August 1930 auf. Damals befand sich Deutschland in der Krise. Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Probleme wurden in dramatischer Weise spürbar, die Zahl der Arbeitslosen stieg 1930 bereits auf über drei Millionen, die Massenkaufkraft war erheblich gesunken. Der Reichsregierung unter Heinrich Brüning fehlten die parlamentarischen Mehrheiten, es war eine Präsidialregierung entstanden, die mit Notverordnungen regierte. Gleichzeitig gewannen radikale Parteien, besonders die Nationalsozialisten, zunehmend an Einfluss. Die Situation bewog Adolf Grimme an jenem Tag dazu, eine Rede zu halten, in der er auf die "übernationale" Herkunft der Probleme hinwies, den Parlamentarismus verteidigte und die Diktatur als "bittere, aber wirkungslose Medizin" geißelte (Hörzitat 1). Die Freiheit, die eine Demokratie gewährt, dürfe nicht von Gegnern der Freiheit missbraucht werden, betonte er einen Monat später bei der Kundgebung zum vierzigjährigen Bestehen der Berliner Volksbühne (Hörzitat 2).

Mit dem "Preußenschlag", der Auflösung der Preußischen Regierung durch den Zentrumspolitiker Franz von Papen am 20. Juli 1932 endete auch Grimmes Laufbahn in der Weimarer Republik. Seine Funktion als Staatsminister verlor er offiziell am 27. März 1933. Während der NS-Zeit verdiente er seinen Lebensunterhalt als Verlagskorrektor, bis er 1942 wegen seiner Kontakte zum Kreis um den Widerstandskämpfer Arvid Harnack zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe verurteilt wurde. Erst nach dem Krieg konnte er seine berufliche Laufbahn als Politiker und später als Generaldirektor des NWDR fortsetzen. Nach ihm wurde der "Grimme-Preis" benannt, der für herausragende Fernsehsendungen in Deutschland verliehen wird.

 

Tonaufnahmen

 

Stand: 13. Dezember 2014
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