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Das aktuelle Ereignis

Geburtstag von Ricarda Huch (18.07.1864)

150. Geburtstag am 18. Juli 2014



Kurzinformationen

Foto: Ricarda Huch um 1930

Ricarda Huch um 1930
Foto: Wanda von Debschitz-Kunowski, via Wikimedia Commons

 

Schriftstellerin, Lyrikerin, Historikerin

  • 18. Juli 1864 in Braunschweig
  • gestorben am 17. November 1947 in Schönberg (heute Kronberg im Taunus)

Hörzitat (1'13") aus: Dokument
DRA Babelsberg K001864094


Ricarda Huch stammte aus einer großbürgerlichen Kaufmannsfamilie, die ihr eine vielseitige Bildung vermittelte. Nach dem Tod der Eltern verließ Huch Ende der 1880er Jahre ihre Geburtsstadt und ging nach Zürich, wo sie Geschichte und Philosophie studierte. 1891 wurde sie als eine der ersten Frauen mit einer Arbeit zur Geschichte der Schweiz promoviert. Ricarda Huch war als Erzählerin und Historikerin schon mit ihren frühen Arbeiten erfolgreich, ihre Bücher zur deutschen Romantik und zum Dreißigjährigen Krieg wurden Standardwerke. 1926 wurde sie als erste Frau in die Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste gewählt. Im Frühjahr 1933 trat sie aus Protest gegen die Gleichschaltungs- und Rassenpolitik der Nationalsozialisten aus der Akademie aus. Bis zum Schluss stand sie dem Regime feindlich gegenüber. Dass dessen führende Kräfte keine eindeutige Haltung zu ihr gewannen, verschuf ihr den Freiraum, um weiterhin publizieren zu können.

Ricarda Huch lebte ab 1935 in Jena. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bemühten sich Vertreter der sowjetischen Besatzungsmacht, sie für die Mitarbeit am kulturellen Wiederaufbau zu gewinnen. 1946 wurde sie Ehrenpräsidentin des "Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" im Landesverband Thüringen, Anfang Oktober 1947 Ehrenpräsidentin des vom Kulturbund einberufenen Ersten Deutschen Schriftstellerkongresses in Berlin. Auf der öffentlichen Gedenkfeier am 5. Oktober im Hebbel-Theater hielt sie einen vielbeachteten Vortrag, in dem sie bewegende Worte zur Lage in Deutschland und zur Aufgabe der Schriftsteller fand. Beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress zeichnete sich bereits die spätere Kulturauffassung der DDR ab, Ricarda Huch betonte jedoch die gesamtdeutsche Dimension der Veranstaltung. Einen Monat später, im November 1947, siedelte sie unter dem wachsenden politischen Druck, der in der Sowjetischen Besatzungszone auf der bürgerlich-intellektuellen Gesellschaftsschicht lastete, in den Westen über, wo sie nach kurzer Zeit starb.

Ricarda Huch wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. 1931 erhielt sie u.a. den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt. Viermal, zuletzt 1946, wurde sie für den Literatur-Nobelpreis nominiert. Ihr literarisches Werk ist äußerst umfangreich. Neben der historischen Epochendarstellung ("Der Dreißigjährige Krieg", "1848. Die Revolution des 19. Jahrhunderts in Deutschland") konzentrierte sie sich immer wieder auf heroisch-revolutionäre Einzelgestalten (Luther, Wallenstein, Garibaldi). Ihre Romane ("Michael Unger", "Der letzte Sommer", "Der Fall Deruga") sind stilistisch breit gefächert. Die Gedichte sind der Neuromantik zuzurechnen.

 

Tonaufnahmen

 

Stand: 3. Juli 2014
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