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Das aktuelle Ereignis

"D-Day" / Landung der Alliierten in der Normandie (06.06.1944)

70. Jahrestag am 6. Juni 2014



Kurzinformationen

Foto: "Operation Overlord", 6. Juni 1944

"Operation Overlord", 6. Juni 1944
Foto: Midgley (Sgt), No 5 Army Film & Photographic Unit, via Wikimedia Commons

 

Hörzitat 1 (0'58") aus: Dokument
DRA Frankfurt am Main K002063349

Hörzitat 2 (1'19") aus: Dokument
DRA Frankfurt am Main K000576479


Der Tag sollte mit Musik bestritten werden. Zu den 28 Sendungen, die für das Einheitsprogramm des Großdeutschen Rundfunks am 6. Juni 1944 vorgesehen worden waren, gehörten 17 Musiksendungen: "Frühmusik" von 4.40 Uhr an, ein "Frühkonzert" um 5.00 Uhr, gefolgt von "Musik" um 6.15 Uhr, ein zweites Frühkonzert um 6.45 Uhr und dann ohne Unterbrechung "Mit fröhlichem Spiel" um 8.10 Uhr, "Musik am Vormittag" um 9.00 Uhr, "Musik vor Tisch" um 10.00 Uhr, "Musik zur Werkpause" um 11.00 Uhr. Der frühe Nachmittag war ähnlich konzipiert worden ("Allerlei von zwei bis drei" um 13.15 Uhr, "Heitere Klänge" um 14.00 Uhr, "Konzert der Wiener Staatsoper: Richard Strauss" von 15.00 bis 16.00 Uhr) sowie auch der Abend, an dem den Hörern um 19.15 Uhr "Im Volkston. Unterhaltungssendung", um 20.00 Uhr "Eine Stunde für dich", um 21.15 Uhr "Musik vor Mitternacht" und schließlich um kurz nach 23.00 Uhr "Nachtmusik" angeboten werden sollten. In Goebbels' Augen besaß die Unterhaltung einen staatspolitisch besonderen Wert: Sie sollte vom Kriegsalltag ablenken und die Moral der Heimatfront aufrechterhalten.

Am 6. Juni 1944 rückte jedoch auch im Rundfunk das Kriegsgeschehen in den Vordergrund. Im Morgengrauen waren alliierte Truppen unter dem Oberbefehl von Dwight D. Eisenhower mit mehreren tausenden Schiffen, Landungsbooten und Flugzeugen in der Normandie gelandet. Der Mehrfrontenkrieg, der einen schnellen militärischen Zusammenbruch Deutschlands bewirken sollte, war damit Wirklichkeit geworden. Der Rundfunk berichtete in allen seinen aktuellen Sendungen darüber: in den Nachrichtensendungen, in dem Wehrmachtsbericht und in den PK-Berichten. Die erste Reportage von der Westfront wurde schon im Laufe des Tages ausgestrahlt, weitere folgten am frühen Abend. Alle Sendungen betonten den Widerstand der deutschen Truppen. Die Schnelligkeit, mit der reagiert wurde, zeigte allerdings, dass die militärische Lage ernst zu nehmen war. In den darauffolgenden Wochen und Monaten sollte dann die Strategie der NS-Propagandisten darin bestehen, bei der Darstellung der gegnerischen Kriegsziele maßlos zu übertreiben, um Furcht in der deutschen Bevölkerung zu verbreiten und diese dazu zu führen, sich dem Vorankommen der Alliierten fanatisch zu widersetzen.

 

Tonaufnahmen

 

Stand: 28. Mai 2014
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