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Das aktuelle Ereignis

Atombombenabwurf auf Hiroshima (6.8.1945)

70. Jahrestag am 6. August 2015


Kurzinformationen

Foto: Soldat geht durch zerstörte Landschaft  

Hörzitat (0'34") aus: Dokument
DRA Frankfurt am Main K000710657

 

 

 

 

 
 

Ein japanischer Soldat läuft durch eine durch die Atombombe zerstörte Landschaft, September 1945
Foto: Wayne Miller / NARA 520932,
via Wikimedia Commons

 

Auf das japanische Hegemonialstreben in Südostasien, dessen erste wichtigste Etappen die Besetzung der Mandschurei im September 1931 und der Einmarsch in China im Juli 1937 gewesen waren, hatten die USA zunächst mit restriktiver Handelspolitik reagiert. Diese verschärften sie, als Japan im September 1940 auch noch dem durch die Niederlage gegen das Deutsche Reich ohnmächtig gewordenen Frankreich Indochina abnahm. Jetzt nämlich verfügte die japanische Luftwaffe über Absprungbasen für Angriffe gegen die amerikanische Position auf den Philippinen. Mitte 1941 verhängten die USA ein Ölembargo, das Japan an empfindlicher Stelle traf, da es die Versorgung mit dem wichtigen Rohstoff nicht aus eigener Kraft hatte sicherstellen können. Darüber hinaus forderte Washington die Räumung Indochinas und Chinas. Diplomatische Verhandlungen wären möglich gewesen, doch es setzten sich in Tokio die Befürworter eines harten Kurses durch: Am 7. Dezember 1941 überfiel die japanische Marineluftwaffe die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor, worauf die USA mit einer Kriegserklärung antworteten.

Bis Mitte 1942 erzielten Japans Soldaten eine Reihe weiterer Erfolge, die sie nach Hongkong, Singapur, Sumatra und auf die Philippinen brachten. Die von Japan provozierte und dennoch verlorene Träger-Luftschlacht bei den Midway-Inseln brachte im Juni 1942 die Wende: Von nun an gaben die USA die Initiative nicht mehr ab. Die Eroberung der Inseln Iwo Jima und Okinawa im Frühjahr 1945 kostete auf beiden Seiten das Leben von Tausenden von Männern, zu denen mehrere Tausende Tote unter der japanischen Zivilbevölkerung hinzugezählt werden müssen. Zur gleichen Zeit verwandelten US-Bomber Tokio, Nagoya, Kobe und Osaka in Trümmerwüsten.

Am 26. Juli 1945 forderte die amerikanische Regierung Tokio ultimativ zur Kapitulation auf, da andernfalls Japan die "völlige Vernichtung" erwarte. Kurz darauf befahl Harry S. Truman den Abwurf der zehn Tage zuvor, am 16. Juli, erstmals erfolgreich getesteten Atombombe. Die neue Waffe sollte ursprünglich gegen Hitler-Deutschland eingesetzt werden, kam trotz aller Anstrengungen jedoch zu spät. Befürchtungen über weitere hohe Verluste bei einer Invasion des japanischen Mutterlandes sind eine Erklärung für Trumans Entscheidung. Diesem ging es aber auch darum Stalin und der Sowjetunion die amerikanische Überlegenheit zu demonstrieren. Am 6. August um 8.15 Uhr erhielt die Besatzung des B-29-Bombers "Enola Gay" den Befehl, den Uransprengsatz "Little Boy" über Hiroshima auszuklinken. Die Hafenstadt, die deswegen ausgewählt worden war, weil ein bis dahin unzerstörtes Stadtgebiet nach der Explosion genaue Aufschlüsse über die Wirkung der Bombe versprach, wurde vollkommen überrascht. In der Ansprache, die später über den Rundfunk ausgestrahlt wurde, wiederholte Truman seine Drohungen gegen Japan (Hörzitat). Um eine endgültige Kapitulation zu erzwingen, warfen die Amerikaner am 9. August eine weitere Atombombe über Nagasaki ab.

 

Tonaufnahmen

 

Stand: 3. August 2015
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