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Das aktuelle Ereignis

Letzte Ausgabe der "Aktuellen Kamera" des DDR-Fernsehens (14.12.1990)

25. Jahrestag am 14. Dezember 2015



Kurzinformationen

  Videozitat 1 (1'25")
aus: Dokument DRA Babelsberg FESAD IDNR 052516
 
 





 

Redakteur Hans-Joachim Jahn bei der letzten Ausgabe der "AK am Abend" am 14.12.1990

 

"Meine Damen und Herren, wie Sie es sicherlich schon wissen werden: Dies war die letzte 'AK am Abend'." So verabschiedete sich die nach eigener Aussage älteste deutsche Fernsehnachrichtensendung am 14. Dezember 1990 von den (ost-)deutschen Bildschirmen. Der ersten Ausgabe am 21. Dezember 1952 waren über die folgenden 38 Jahre 30.516 Sendungen gefolgt.

Als wichtigste tagespolitische Sendung des DDR-Fernsehens war die "Aktuelle Kamera" von Anfang an das Sprachrohr der Ostberliner Regierung. Nachrichtentexte und Kommentare wurden im Zentralkomitee der SED erstellt und an die Redaktion weitergereicht. Wie Angelika Unterlauf, bekannte Nachrichtensprecherin der AK, es in der Sendung "Elf 99 – Talk" vom 13. Januar 1990 schildert (Videozitat 2), war es den Redakteuren nicht möglich, etwas am Inhalt oder Stil zu ändern. Sie nahmen die endlos lang erscheinenden Berichterstattungen zu Aktivitäten der Staats- und Parteiführung sowie die vermeintlichen Erfolgsberichte aus der sozialistischen Produktion dennoch hin. Meldungen dieser Art machten die Sendung für einen Großteil der Bevölkerung uninteressant, was sich in der verhältnismäßig geringen Zuschauerzahl niederschlug: Diese lag in den 1980er Jahren im Durchschnitt bei 10,75 Prozent.

 

Videozitat 2 (2'33")
aus: Dokument DRA Babelsberg FESAD IDNR 060989
 
 




 

Angelika Unterlauf, Nachrichtensprecherin der "Aktuellen Kamera", in der Sendung "Elf99 – Talk" am 13.01.1990

 

 

Mit den politischen Ereignissen im Herbst 1989 begann sich die Sendung langsam den gesellschaftlichen Umbrüchen anzupassen. Ein neues Programmschema ab dem 30. Oktober 1989, ein innerer Wandlungsprozess zu einem sachlich-distanzierten und freien Journalismus, aber auch ein neues Design gaben der AK ein moderneres Gesicht. Dadurch konnte die Sendung ihre Beliebtheit in Ostdeutschland deutlich steigern. Mit Einführung des neuen Formats stiegen die Einschaltquoten im November und Dezember des Jahres 1989 auf durchschnittlich 42,82 Prozent.

Trotz dieses Wandels verlor die AK nach der Wiedervereinigung ihren Platz in der neu gebildeten Rundfunklandschaft Deutschlands. Wolfgang Meyer war der Sprecher der letzten AK und verlas am 14. Dezember 1990 unter anderem Meldungen vom Gipfeltreffen der EG-Staaten, von einer Studentendemonstration gegen die zahlreichen Schließungen von Bildungseinrichtungen in Sachsen sowie von der bedrohten Schließung des Tierparks Berlin. Die Sendung schloss mit einem Beitrag in eigener Sache, in dem auf die langjährige Geschichte der Fernsehnachrichtensendung eingegangen wurde (Videozitat 1).

Die Nachfolgesendung "aktuell" innerhalb von "Journal am Abend" konnte dann nur noch bis zum 31. Dezember 1991 in der neuen DFF-Länderkette im Gemeinschaftsprogramm der ARD weiter bestehen.

 

Fernsehdokumente

 

Tondokument

 

Stand: 30. November 2015
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