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Das aktuelle Ereignis

Geburtstag von Thomas Alva Edison (11.02.1847)

170. Jahrestag am 11. Februar 2017



Kurzinformationen

Foto: Thomas Alva Edison, Mitte der 1920er Jahre
Thomas Alva Edison, Mitte der 1920er Jahre
Foto: DRA Frankfurt / Transocean
 

Erfinder und Unternehmer

  • geboren am 11. Februar 1847 in Milan/Ohio
  • gestorben am 18. Oktober 1931 in West Orange/New Jersey

 

Hörzitat 1 (1'52) aus: Dokument
DRA Frankfurt KONF.354479

Hörzitat 2 (1'07) aus: Dokument
DRA Frankfurt KONF.10507

Hörzitat 3 (0'33) aus: Dokument
DRA Frankfurt KONF.351024

 

Thomas Alva Edison gehört zweifellos zu den bedeutendsten Erfindern der Neuzeit. In einfachen Verhältnissen geboren, begann er früh, nicht nur mit chemischen Stoffen sowie technischen und elektrischen Geräten zu experimentieren, sondern auch die Ergebnisse seiner Versuche zu vermarkten. Als junger Mann richtete er mit den Erlösen aus ersten erfolgreichen Patenten mehrere Laboratorien ein und machte sich damit als Erfinder und Unternehmer unabhängig. Auf Grundlage seiner Erfahrungen auf dem Gebiet der Telegrafie entwickelte er schließlich 1877 den Phonographen – das erste Gerät zur akustisch-mechanischen Aufnahme und Wiedergabe von Schall. Damit leitete er nichts weniger als den Beginn der Klang­auf­zeichnung ein. Zwar hatte es bereits einige theoretische Vorläufer sowie Methoden zur grafischen Aufzeichnung von Geräuschen gegeben. Aber Edison war der erste, der diese Ansätze in die Praxis umsetzte und mittels einer Nadel und einer Membran tatsächlich Schall auf einem Tonträger speicherte und ihn gleichzeitig abrufbar machte.

Zur Serienreife brachte Edison den Phonographen erst über zehn Jahre später, nachdem er ihn unter dem Druck eines Konkurrenzprodukts von Alexander Graham Bell und Charles S. Tainter weiterentwickelt hatte. Nach dem Vorbild seiner beiden Konkurrenten nutzte er nun für das Eingravieren des Tonsignals einen mit Wachs beschichteten Pappzylinder, nachdem er hierfür ursprünglich Paraffinpapier und zuletzt noch Zinnfolie verwendet hatte. Die Wachswalze erlaubte eine deutlich bessere Aufnahmequalität und stellte zudem einen wesentlich beständigeren Tonträger dar. Einige Weiterentwicklungen ermöglichten außerdem eine Vervielfältigung der Walzen und damit die Voraussetzung für deren Vertrieb als Massenprodukt. Edison war als Geschäftsmann mindestens so begabt wie als Erfinder und hatte deshalb schon kurz nach der Fertigstellung seines Phonographen eine ganze Reihe von Verwendungs­möglich­keiten vorgelegt: Etwa das Diktieren von Briefen oder das Aufnehmen von gesprochenen Büchern für Blinde. Bei der Bewerbung seines Phonographen ließ er das Gerät für sich sprechen und spielte in Geschäften und bei öffentlichen Präsentationen Wachswalzen ab, wodurch der Phonograph selbst seine Vorzüge zum Besten gab. Auch auf dem deutschen Markt erreichten solche besprochenen Werbe(ton)träger die Kunden (Hörzitat 1).
 

Edison-Zylinder

Edison-Zylinder
Foto: DRA / Hans Schubert

Edison sah die Stärke seiner Erfindung im Wesentlichen in deren Aufnahmefunktion, die es auch privaten Nutzern ermöglichte, mit einfachen Mitteln Tonaufzeichnungen anzufertigen. Die meisten der von ihm erdachten Verwendungs­zwecke zielten auf den Gebrauch des Phono­graphen als Diktiergerät oder als heimisches Unterhaltungsgerät. Die früheste erhaltene Tonaufzeichnung von Edison selbst ist daher auch ein von ihm gesprochener Brief, mit dem er die Diktierfunktion des Geräts demonstrierte (Hörzitat 2). Erst an vierter Stelle sah er das Abspielen von Musikaufnahmen, das sich in späteren Jahren jedoch als die absolut markt­bestimmende Nutzungsform phono­grafi­scher Geräte heraus­stellte. Der überwiegende Teil der heute erhaltenen Wachswalzen besteht daher aus industriell produzierten Tonträgern mit Musik­stücken verschiedener Richtungen. Private Aufnahmen, auf denen Menschen ihre Stimmen oder die ihrer Angehörigen für die Nachwelt festzuhalten versuchten, sind dagegen selten – so zum Beispiel das tönende Gästebuch der Familie Rechenberg, die den Empfang von Besuchern mit dem Phonographen dokumentierte (Hörzitat 3).

Dass mit Edisons Erfindung ein Einfrieren des so flüchtigen Mediums Klang für die Ewigkeit erreicht war, wie viele Zeitgenossen glaubten, erwies sich im Übrigen teilweise als Illusion. Die ersten Wachszylinder waren nach wie vor sehr empfindlich und anfällig für Verschleiß durch die Nutzung selbst. Häufig waren Aufnahmen nach mehrmaligem Abspielen bereits nicht mehr abrufbar, weil die Nadel des Phonographen die durch die Aufnahme erzeugte Rille beim erneuten Durchlaufen schädigte. Hinzu kommt, dass das Material über die Jahre von innen zerfallen kann und die Träger durch nicht sachgemäße Lagerung zusätzlichen Schaden nehmen können. Die im Deutschen Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main auf­bewahrten Wachszylinder, die den Beginn der Klangaufzeichnung seit der Wende zum 20. Jahrhundert dokumentieren, wurden daher in den 1980er Jahren systematisch auf ihren Zustand untersucht und fachgerecht aufbereitet und erschlossen. Zusätzlich wurden die Aufnahmen damals auf Magnetbändern gesichert, damit zukünftig auf ein immer neues Abspielen der Originale verzichtet werden konnte. In den letzten Jahren wurden die Inhalte aller Walzen erneut mit einem modernen und dadurch schonenderen und qualitativ ergiebigeren Abtastungsverfahren ausgespielt und digitalisiert. Insgesamt zählt die Sammlung des DRA über 1.000 originale Edison-Zylinder, wovon ein Großteil verschieden­artige Musikaufnahmen beinhaltet. Einen deutlich kleineren Teil machen Wortaufnahmen vor allem kabarettistischer Art aus. Zusätzlich hat das Archiv diverse Umschnitte von Reden, Lesungen sowie Musik- und Kleinkunst­auf­nahmen in seinem Bestand, die ursprünglich von Wachszylindern aus den frühen Jahren der Schallaufzeichnung stammen.

 
(Niklas Pelizäus)

 

Tondokumente

Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl aus dem oben erwähnten Gesamtbestand der originalen Edison-Zylinder und Überspielungen im Deutschen Rundfunkarchiv Frankfurt am Main.

 

Stand: 24. Januar 2017
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