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Das aktuelle Ereignis

Geburtstag von Heinz Rennhack (05.03.1937)

80. Geburtstag am 5. März 2017



Kurzinformationen

Foto: Heinz Rennhack in seiner Show 'Wieder mal Heinz Rennhack' 1980
Heinz Rennhack in seiner Show "Wieder mal Heinz Rennhack" 1980
Foto: DRA Babelsberg / Klaus Winkler
 

Schauspieler, Sänger, Entertainer

  • geboren am geboren am 3. März 1937 in Danzig

 

Hörzitat 1 (2'54) aus: Dokument
DRA Babelsberg KONF.1471372

Hörzitat 2 (0'32") aus: Dokument
DRA Babelsberg KONF.1471372

 

Heinz Rennhack, geboren 1937 in Danzig (heute Gdánsk) und aufgewachsen in Schwerin, sang und spielte schon als Kind im katholischen Kirchenchor und in Passions- und Weih­nachts­stücken. Er entschloss sich 1953 aber zunächst für den "soliden" Tischlerberuf. Nach Anfertigung des Gesellenstücks (ein Wohnzimmerschrank für seine Mutter) arbeitete er fünf Jahre im erlernten Beruf und nahm nebenbei Gesangsunterricht am Schweriner Konserva­torium. 1959 begann Rennhack mit dem Opernstudium an der Musikhochschule Dresden, welches er nach fünf Jahren mit einem Diplom abschloss. Mit seiner ausge­spro­chenen Baritonstimme wurde ihm schon bald klar, dass eine Karriere als Opernsänger für ihn nicht in Frage kam, da er nicht sein ganzes Leben lang den Papageno in Mozarts "Zauberflöte" singen wollte (Hörzitat 1).

Nach dem Studium arbeitete er fünf Jahre lang als Regieassistent an der Staatsoperette Dresden, damals unter der Intendanz von Fritz Steiner. Währenddessen stand er auch in immer größer werdenden Rollen als Schauspieler in den Genres Heitere Dramatik und Musical auf der Bühne, was von Publikum und Kritikern lobend zur Kenntnis genommen wurde. 1969 wurde er vom Regisseur Klaus Gendries für das Fernsehen entdeckt und für das neuent­standene Schauspielensemble für heitere Dramatik in Berlin-Adlershof verpflichtet. Es folgten zunächst jedoch nur wenige Fernsehrollen, so dass Rennhack weiterhin an verschiedenen Theatern auf der Bühne stand, etwa in Görlitz, Halberstadt und Zittau. Der Durchbruch im Fernsehen gelang ihm 1975 als Ersatz für den erkrankten Manfred Uhlig in der Show "Ouvertüre für 6" im Friedrichstadtpalast Berlin.

Videozitat 1 (3'12)
aus: Dokument DRA Babelsberg FESAD IDNR 010614

 

 

 

 
 

Heinz Rennhack in seiner Show "Schau-Fenster" 1977 im Bitterfelder Kulturpalast
 

 

Zu Beginn des Jahres 1977 erhielt er seine erste eigene Show im Friedrichstadtpalast. Das "Schau-Fenster" wurde von Wolfgang Brandenstein eigens für Rennhack kreiert, um seine vielfältigen Talente wie Schauspielerei, Gesang und sogar Tanz unter einen Hut zu bringen (Videozitat 1). 1978 holte ihn Horst Bonnet für die Rolle des Baxter im Musical "Das Appartement" an die Komische Oper Berlin. Obwohl Heinz Rennhack nie eine richtige Schauspielausbildung gemacht hat, blieb die Schauspielerei für ihn das Wichtigste (Hörzitat 2). Bei seinen humorvollen Rollen kam es ihm vor allem darauf an, wie er in einem Interview mit der Neuen Zeit vom 3. November 1979 betonte, andere Menschen nicht lächerlich zu machen. Zu seinen komödiantischen Vorbildern zählen Heinz Rühmann und Charlie Chaplin.

Videozitat 2 (0'54)
aus: Dokument DRA Babelsberg FESAD IDNR 004177

 

 

 

 
 

Heinz Rennhack und Katja Paryla in der zweiten Folge des Fernseh-Mehrteilers "Spuk im Hochhaus"
 

 

In den späten 1970er und 1980er Jahren war Rennhack im DDR-Fernsehen immer präsent, auch in ernsten Rollen wie zum Beispiel 1978 in der Folge "Doppeltes Spiel" der Serie "Polizeiruf 110", in der er in Abkehr von seinen üblichen eher komisch-sympathischen Rollen einen Kriminellen mimt. Vielen großen und kleinen Zuschauern wird Rennhack als August Deibelschmidt in dem beliebten Mehrteiler "Spuk im Hochhaus" in Erinnerung geblieben sein (Videozitat 2), in welchem neben Augusts und Jettes Ringen um gute Taten auch vergnügliche Einblicke in das alltägliche Zusammenleben in einem Berliner Hochhaus geboten wurden. Und natürlich war Rennhack auch immer wieder in Fernsehreihen und -shows wie "Der Wunschbriefkasten", "Wieder mal Heinz Rennhack" und "Eine Runde Rennhack" zu sehen. Honoriert wurde seine Arbeit mit verschiedenen Preisen für Kulturschaffende in der DDR. Fernsehregisseur Berthold Beissert hielt Rennhack seiner Vielseitigkeit wegen für einen der begabtesten Unterhaltungskünstler der DDR.

In einem Interview mit der Schweriner Volkszeitung vom 6. März 1987 anlässlich seines 50. Geburtstags sprach Rennhack davon, zukünftig weniger in Unterhaltungssendungen auftreten zu wollen. 1988 siedelte er nach Westberlin über, wo er eine freiberufliche Karriere als Schauspieler begann. Engagiert wurde er unter anderem als Darsteller in "Grand Hotel" und im Musical "Follies" am Theater des Westens Anfang der 1990er Jahre. Im Fernsehen hatte er Auftritte in "Wie gut, dass es Maria gibt" und "Der große Bellheim". Später tourte er mit verschiedenen Liederprogrammen durch Deutschland. Nach einer Abschiedstournee durch 34 Städte nahm er sich zu seinem 65. Geburtstag vor, sich weitgehend aus Theater und Fernsehen zurückzuziehen, was ihm aber nicht ganz gelang, da er bis heute auf verschiedenen deutschen Theaterbühnen und in Fernsehproduktionen vor allem des Mitteldeutschen Rundfunks zu sehen ist.

 
(Maja Kreft)

 

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Stand: 20. Februar 2017
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