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Das aktuelle Ereignis

Die Zentrale Schallplattenkatalogisierung (ZSK) nimmt ihren Betrieb auf (01.08.1978)

40. Jahrestag am 01. August 2018


Foto: 24. ZSK-Anwendertagung im Konferenzsaal des HR 2018
Auf der 24. ZSK-Anwendertagung im Konferenzsaal des HR mit Teilnehmern aus allen
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wurde auch das Jubiläum gewürdigt
Bild: DRA / Bettina Vogelsang

 

"... 'Diese vielen Angaben zu jedem Titel, das ist eine Datenflut, die nur noch mit einem Computer zu bewältigen ist', sagt Wolfgang Krust, leitender Redakteur der Zentralen Schallplattenkatalogisierung. Und stolz kann er auf seinen Superrechner hinweisen, der über eine Speicherkapazität von derzeit fünf Gigabyte verfügt. Das sind etwa so viele Daten, wie sie auf einem 500 Meter hohen Stapel vollgeschriebener DIN A4-Seiten unterzubringen wären ..."

Seit dieser Zeitungsartikel über die ZSK Mitte der 1980er Jahre erschien, sind zwar die Rechner wesentlich kleiner und die Datenmengen bedeutend größer geworden, doch die Grundidee trägt immer noch.

Die Zentrale Schallplattenkatalogisierung (ZSK) mit Sitz beim Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) in Frankfurt am Main nahm am 1. August 1978 als Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF ihren Betrieb auf, um zentral und IT-gestützt Daten von Industrietonträgern zu sammeln, zu erfassen und den Rundfunkanstalten für Recherche, Programmplanung und Abrechnung zur Verfügung zu stellen. Auslöser der Idee war der Umstand, dass die Verkehrs- und Servicewellen aller Sender rund um die Uhr Musik von Schallplatten, also Industrietonträgern sendeten. Eine zentrale Bereitstellung der dafür benötigten Musikdaten lieferte beträchtliche Synergien.

Foto: Datenerfassung in der ZSK Ende der 1970er Jahre
Datenerfassung in der ZSK Ende der 1970er Jahre
Bild: DRA / Michael van de Sand

In den ersten Jahren wurden in der Redaktion Vinylschallplatten ausgewertet, aber schon am 10. Januar 1985 erfasste die ZSK die erste CD ("You and me both" von Yazoo). Bis 1992 wurden analoge und digitale Tonträger parallel erfasst, danach nur noch CDs, deren Daten teils maschinell ausgelesen werden konnten. Schon früh bezog die ZSK Daten auch aus dem Internet; die Umstellung auf Audiofile-Bemusterung erfolgte ab 2002.

Den vielen Veränderungen in der Tonträgerindustrie konnte so immer Rechnung getragen werden. Als nächsten Schritt plant die ZSK, ein Upload-Portal anzubieten, um die zunehmend größer werdende Menge an Veröffentlichungen jenseits der etablierten Vertriebswege abbilden zu können.

Was einst mit dem Abtippen von Informationen und der anschließenden Verteilung von Magnetbändern für Großrechner begann, hat sich inzwischen zu einem mehrere Millionen Datensätze umfassenden zentralen Musikdatenservice entwickelt, der Metadaten aus verschiedenen Quellen sammelt, weiterverarbeitet und den unterschiedlichsten Systemen der Rundfunkanstalten zur Verfügung stellt. Auf einer gemeinsamen Datenplattform können die Nutzer im Online-Verbund bedarfsbezogen Daten bestellen oder selbst erfassen bzw. inhaltlich auswerten. Dazu werden automatisierte Prozesse, Ladeprogramme und eigenentwickelte Oberflächen verwendet. Die Leitfrage der ZSK-Redaktion bei der Bearbeitung der Daten lautet dabei immer: Welche Daten müssen wann wo in welchem Zustand sein? Deshalb werden die brandaktuellen Promotion-Neuveröffentlichungen der Musikindustrie als Audiofiles binnen einer Stunde den Programmgestaltern und Archiven bereitgestellt. Das Material ist dann sendefähig und die Daten zu Titel, Interpret, Urheber, Label, Musikrichtung usw. sind überprüft, vervollständigt, verlässlich und recherchierbar. Auf Wunsch können dem Sendebetrieb auch ältere Aufnahmen von CDs aus dem ZSK-Archiv als Audiofile zur Verfügung gestellt werden, die dann wie die bemusterten Audiofiles zusammen mit den gescannten Booklets dauerhaft auf den Massenspeicher im ARD-Sternpunkt geladen werden. In der ARD-Normdatenbank pflegt die ZSK-Redaktion Künstler‑, Label- und Firmendaten für die Nutzung durch die Musikredaktionen. Die Redaktionsmitglieder sind inzwischen von Datenerfassern zu Informationsbrokern geworden.

Auch 40 Jahre nach ihrer Produktivnahme liefert die ZSK so die Musikdaten für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten - gute Ideen altern eben nicht. Und vielleicht findet sich irgendwann auch Zeit für die Findung eines weniger historischen Namens ...

 
(Reinhard Bassenge)

 

Stand: 11. Juli 2018
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