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125. Geburtstag von Arnold Schönberg

Gedenktage zum Musikleben: 13. September 1999

 

Kurzinformationen

Foto: Portrait von Arnold Schönberg  

Komponist
 

  • geboren am 13. September 1874 in Wien
  • gestorben am 13. Juli 1951 in Los Angeles

Hörzitat (2'14") aus:
Dokument DRA Ffm 1820103/5

Aufnahmen von Arnold Schönberg
(19 Seiten, 143 KB)


Bild: Arnold Schönberg

Volltext


Kompromißloser Vorreiter einer radikal anderen Musik, der seine Legitimation aus der Tradition bezog, selbstquälerischer Prophet, Autodidakt mit einem brennenden Wunsch nach Erfolg, charismatische Führerpersönlichkeit einer eingeschworenen Gemeinde mit dem Anspruch, in einer besseren Zukunft verstanden und geliebt zu werden: Arnold Schönberg wurde vor 125 Jahren geboren.

Mit seinem Namen verbindet sich der in diesem Jahrhundert in der avancierten Musik vollzogene Abschied von einer allgemeinverständlichen Tonalität und Harmonik, die Unbeirrbarkeit eines leidenden und Leiden widerspiegelnden Künstlers in der Moderne und die mit Autorität und Aura zusammengehaltene "Zweite Wiener Schule". In den Saalschlachten, die seine Musik schon vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auslösten, kündigte sich an, daß Neue Musik nicht vor der psychischen Verletzung ihrer Zuhörer haltmachen würde und daß sie - auch deswegen - ihr Publikum verlieren würde. In der unversöhnten Gewalttätigkeit ihrer Sprache aber findet sich auch ein quälender Vorschein der Verrohung, die dieses Jahrhundert mit seinen ungekannten Grausamkeiten und Vernichtungskriegen über die Welt bringen würde. Am Ende dieses Jahrtausends scheint sich die Neue Musik in sektenhafter Isolation oder postmoderner Orientierungslosigkeit aufzulösen, und mit ihr erweist sich die Sphäre der "Hochkultur" in der Musik endgültig als museal und überlebt. Der tiefsitzende Abscheu der Vertreter Neuer Musik gegen die Welt der Unterhaltungsmusik, gegen Operette, Schlager und Volkstümlichkeit, ist das Urteil einer Minderheit gegen eine triumphierende Kultur der Massenbedürfnisse, ein Urteil, das offenbar ebenfalls zu einer historischen Reminiszenz geworden ist.

Schönberg stand den neuen Medien des technischen Zeitalters nicht prinzipiell feindlich gegenüber, jedenfalls dann nicht, wenn er in ihnen ein Verbreitungsmittel seiner Musik oder eine künstlerische Herausforderung sah. So schrieb er - für manchen überraschend - eine "Begleitmusik zu einer Lichtspielszene", die am 28.4.1930 durch den Frankfurter Sender zur Uraufführung gebracht wurde1. Unter anderem über diese Musik sprachen in einer Berliner Rundfunksendung vom 30.3.1931 Arnold Schönberg, Heinrich Strobel und Eberhard Preussner:
Hörzitat (2'14''): mit O-Ton Schönberg
aus: DRA Ffm 1820103/5, Aufnahme insgesamt 6'21".

Diese und alle weiteren im Deutschen Rundfunkarchiv vorhandenen
Aufnahmen von Arnold Schönberg sind in einer PDF-Datei (19 Seiten, 143 KB) aufgelistet. Für journalistische, wissenschaftliche und kulturelle Zwecke können hiervon Umschnitte im DRA bestellt werden.

1Vgl. die DRA-Publikation "Programmgeschichte des Hörfunks in der Weimarer Republik", München (dtv) 1997, Bd. 2, S. 867.

Stand: 13. September 1999
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