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100. Geburtstag von Stefan Wolpe

Gedenktage zum Musikleben: 25. August 2002

 

Kurzinformationen

Foto: Portrait von Stefan Wolpe
 

Komponist
 

  • geboren am 25. August 1902 in Berlin
  • gestorben am 4. April 1972 in New York


Aufnahmen von Stefan Wolpe
(5 Seiten, 28 KB)

 

 

 

Bild: Stefan Wolpe

Volltext


Als einer der wichtigsten wieder zu entdeckenden Komponisten des Exils gilt zweifellos der vor 100 Jahren in Berlin geborene Stefan Wolpe.

Obwohl er aus einem kulturell wenig interessierten Elternhaus stammt, erhält Wolpe bereits frühzeitig Klavierunterricht und im Alter von 14 Jahren theoretischen Unterricht in Komposition, Kontrapunkt und Harmonielehre am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium. Bereits ein Jahr vor dem Abitur verlässt er die Schule und belegt für ein Semester das Fach Komposition an der Berliner Musikhochschule, wobei es ihm weniger um eine abgeschlossene akademische Ausbildung geht, als vielmehr um ein aktives Mitwirken an den künstlerischen, aber auch politischen Prozessen in der Weimarer Republik. Seine jüdische Herkunft, seine "entartete Musik" sowie langjährigen Tätigkeiten für die Kulturorganisationen der KPD zwingen Wolpe bereits im März 1933 ins Exil.

Zunächst reist er durch Europa und erhält während dieser Zeit drei Monate Unterricht von dem Komponisten Anton Webern - Erfahrungen, die sich in späteren Kompositionen niederschlagen werden. 1934 emigriert Wolpe nach Palästina, wo er am Konservatorium in Jerusalem Komposition unterrichtet. Das dort vorherrschende konservative Klima lässt seine Versuche, ein musikalisch wie politisch avanciertes Musikleben zu initiieren scheitern, und so emigriert er 1938 schließlich in die USA, wo er fortan an verschiedenen Einrichtungen unterrichtet. Bedeutung erlangt Wolpe als Lehrer junger amerikanischer Komponisten; zu nennen sind vor allem Morton Feldman und David Tudor.

Die Bedeutung von Stefan Wolpe begründet sich darin, dass er in besonderer Weise die musikalische Avantgarde der 20er Jahre auch über den Nationalsozialismus hinweg fortführte. Als Autodidakt gehörte Wolpe nie einer bestimmten musikalischen Künstlergruppe oder Stilrichtung an, was durch die Vielfalt seiner Kompositionen deutlich zum Ausdruck kommt. In seinem Repertoire finden sich sowohl frei atonale Vertonungen von Gedichten (etwa Kurt Schwitters' "Anna Blume") als auch jazzartige Klavierstücke ebenso wie Lieder und Chorsätze mit jüdischem bzw. orientalischem Einfluss.

Die in den Beständen des Deutschen Rundfunkarchivs befindlichen
Aufnahmen von Stefan Wolpe Aufnahmen sind in einer PDF-Datei zusammengestellt, und können für journalistische, wissenschaftliche und kulturelle Zwecke im DRA bestellt werden.

Stand: 25. August 2002
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