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100. Geburtstag von Willi Kollo

Gedenktage zum Musikleben: 28. April 2004

 

Kurzinformationen

Komponist; Autor; Kabarettist; Verleger

  • geboren am 28.4.1904 in Königsberg
  • gestorben am 4.2.1988 in Berlin


Aufnahmen von Willi Kollo (11 Seiten, 125 KB)

Volltext

"Lieber Leierkastenmann, fang noch mal von vorne an, deine alten Melodien von der schönen Stadt Berlin". Dieses Lied textete und komponierte Willi Kollo im Jahre 1926. Es könnte fast als programmatische Überschrift für Kollos Schaffen dienen, denn mit seinen Melodien und Texten verbindet man das "Alte Berlin" schlechthin. Ähnlich verhält es sich mit den Bildern von Heinrich Zille, dem Kollo mit dem Lied Das war sein Milljöh ("Aus'm Hinterhaus kieken Kinder raus") ein musikalisches Denkmal setzte. Allerdings würde man dem Multitalent Willi Kollo nicht gerecht werden, wollte man ihn auf die Rolle eines Berliner Originals reduzieren.

Willi Kollo hieß mit bürgerlichem Namen Willi Arthur Kollodzieyski. Er kam vor 100 Jahren, am 28. April 1904, in Königsberg als Sohn des berühmten Operettenkomponisten Walter Kollo (1878-1940) zur Welt. Als Willi Kollo drei Jahre alt war, zog die Familie von Ostpreußen nach Berlin. Sein literarisches Talent wurde früh erkannt. Schon als Siebzehnjähriger trug er mit großem Erfolg eigene Gedichte und Novellen öffentlich vor. Für Trude Hesterberg textete er 1921 sein erstes Chanson: "Eine Frau wie ich". Kollo schrieb für das Berliner Kabarett Weiße Maus und trat dort auch selbst auf. Als Librettist für Operetten wurde er bald Mitarbeiter seines Vaters. 1923 lieferte er für Walter Kollos Operette Marietta den Text. Auch als Komponist machte sich Willi Kollo bald einen Namen und trat somit in unmittelbare Konkurrenz zu seinem Vater. Er schrieb Kabarettrevuen, Chansons, Schlager und Tänze, ab 1929 auch Filmmusiken. Die Arbeit für den Film erstreckte sich nicht nur auf das Komponieren, er verfaßte auch Drehbücher, so z.B. für den Film Wir tanzen um die Welt (1939). Der Kabarettist Willi Kollo war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge, und so erhielt er nach der Machtergreifung Auftrittsverbot. Seine Arbeit als Komponist, Schlagertexter und Verleger blieb davon unberührt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Willi Kollo als Kabarettist in Hamburg tätig. Dort gründete er einen Musikverlag und auch ein eigenes Theater: das Theater in Eppendorf. 1955 zog er mit seiner Familie nach Berlin zurück. 1958 drehte er dort den Spielfilm Solang' noch untern Linden. In dem Film spielte sein Sohn, der bekannte Tenor René Kollo, die Rolle seines Großvaters Walter. Mit seinem Roman Der Krieg geht morgen weiter über den Preußenkönig Friedrich II. wurde Willi Kollo 1970 auch als Romancier bekannt.

Willi Kollo starb am 4. Februar 1988 und wurde auf dem Berliner Waldfriedhof beigesetzt.


Aufnahmen von Willi Kollo
In den Beständen des Deutschen Rundfunkarchivs befindliche Aufnahmen von Willi Kollo (11 Seiten, 125 KB) sind in einer PDF-Datei zusammengestellt, und können für journalistische, wissenschaftliche und kulturelle Zwecke im DRA bestellt werden.

Stand: 28. April 2004
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