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100. Geburtstag von Dmitri Schostakowitsch

Gedenktage zum Musikleben: 25. September 2006

 

Kurzinformationen

Foto: Portrait von Dmitri Schostakowitsch
 

Komponist
 

  • geboren am 25. September 1906 in Sankt Petersburg
  • gestorben am 9. August 1975 in Moskau


Hörzitat (2'16") aus:
Dokument DRA B010100795

Aufnahmen mit Dmitri Schostakowitsch
(21 Seiten, 166 KB)

 


Bild: Dmitri Schostakowitsch
Foto: Deutsches Historisches Museum

Volltext

 

Der am 25. September 1906 in Sankt Petersburg geborene Komponist Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch zählt gegenwärtig zu den größten Sinfonikern des 20. Jahrhunderts, aber auch viele seiner Streichquartette, Konzerte, Instrumental- und Vokalwerke gehören zum gängigen Repertoire. Besonders durch die Interpretation seiner eigenen Werke erlangte er zudem Weltruf als Pianist und war daneben als Dirigent sowie als Pädagoge tätig.

Schostakowitschs musikalische Begabung zeigte sich sehr früh, denn er wurde auf Empfehlung Alexandr Glasunows bereits als Dreizehnjäriger Student am Petrograder Konservatorium. Einen ersten großen Erfolg stellte seine "Abschlußarbeit" dar, seine 1. Sinfonie in f-moll, die von der Leningrader Philharmonie 1925 unter Nikolai Malko uraufgeführt wurde. War dies Werk noch in der Tradition der nationalrussischen Schule geschrieben, wandte sich Schostakowitsch bald freitonalen, polyrhytmischen Stilen zu. Mit erfolgreichen, aber doch so unterschiedlichen Werken wie "Die Nase", "Das goldene Zeitalter", "Lady Macbeth von Mzensk" und dem Klavierkonzert sorgte der Komponist am Anfang der dreißiger Jahre für Kontroversen in der Öffentlichkeit. Der Aufführung des Ballets "Der helle Bach" folgte ein sehr kritischer Artikel in der Prawda vom Januar 1936, in dem das Werk Schostakowitschs als dekadent, formalistisch und nicht dem sozialistischen Realismus gemäß verurteilt wurde. Rehabilitieren konnte sich Schostakowitsch mit seiner 1937 enstandenen 5. Sinfonie, die in lyrisch-pathetischem Orchesterstil gehalten ist.

Das wohl bekannteste Werk des Komponisten ist die 7. Sinfonie in C-Dur, die zur Zeit der Belagerung Leningrads durch die deutschen Truppen entstand. Die Uraufführung fand am 5. März 1942 in Kuibyschew statt, weitere Aufführungen fanden unter abenteuerlichen Umständen am 27. März in Moskau und am 8. August in Leningrad statt.

In den Nachkriegsjahren stand Schostakowitsch wiederum im Kreuzfeuer der Kritik, denn man warf ihm Formalismus und Volksfremdheit vor. Der Komponist befand sich so in einer höchst zwiespältigen Situation: In der westlichen Welt wurde er gefeiert, während er in der Sowjetunion unter Angriffen zu leiden hatte. Erst nach dem Tode Stalins 1953 entstanden weitere bedeutende Werke, sechs weitere Sinfonien etwa, ein Violoncellokonzert sowie Streichquartette.

Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch starb am 9. August 1975 in Moskau an einem Herzinfarkt.


Hörzitat (2'16''): Ausschnitt aus einem Interview vom 25. Februar 1973, das Schostakowitsch während der IV. Musik-Biennale in Berlin gab


Aufnahmen mit Dmitri Schostakowitsch
Die im Deutschen Rundfunkarchiv vorhandenen Aufnahmen mit Dmitri Schostakowitsch (21 Seiten, 166 KB) sind in einer PDF-Datei zusammengestellt. Für journalistische, wissenschaftliche und kulturelle Zwecke können hiervon Umschnitte im DRA bestellt werden.

Stand: 15. Mai 2006
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