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100. Geburtstag von Zarah Leander

Gedenktage zum Musikleben: 15. März 2007

 

Kurzinformationen

Foto: Portrait von Zarah Leander
 

Sängerin / Schauspielerin
 

  • geboren am 15. März 1907 in Karlstad (Schweden)
  • gestorben am 23. Juni 1981 bei Stockholm


Hörzitat (1'38") aus:
Dokument Hessischer Rundfunk

Aufnahmen mit Zarah Leander
(24 Seiten, 185 KB)

 


Bild: Zarah Leander, um 1938
Foto: Deutsches Historisches Museum, Berlin

Volltext

 

Über die Rolle von Zarah Leander als Künstlerin in der Zeit des Nationalsozialismus ist viel geschrieben und spekuliert worden - bis heute.
Tatsache ist, dass sie in dieser Zeit ihre größten Erfolge als UFA-Star feierte. Sie war das Aushängeschild des deutschen Films der 30er und frühen 40er Jahre als Nachfolgerin Marlene Dietrichs, und wie viele Ihrer Künstlerkollegen hat sie sich mit den politischen Verhältnissen arrangiert.
Allerdings ist ihr Name auch heute noch ein Begriff - vor allem ihre unverwechselbare, tief erotische Stimme lebt nach wie vor weiter.

Zarah Leanders Karriere im deutschsprachigen Raum beginnt 1936, als sie von Max Hansen ein Angebot erhält, im Theater an der Wien in der musikalischen Komödie "Axel an der Himmelstür" die Gloria Mills zu spielen.
Zu diesem Zeitpunkt ist sie in ihrer Heimat bereits ein gefeierter Operetten- und Revuestar. Nach der gelungenen Aufführung nimmt sie die österreichische Filmgesellschaft TOBIS für den Film "Premiere" unter Vertrag und kurz darauf - im Frühjahr 1937 - reist sie nach Berlin. In Babelsberg beginnt die Arbeit an dem UFA-Film "Zu neuen Ufern" unter der Regie von Detlef Sierck, der im gleichen Jahr in die USA emigriert, sowie anschließend - unter gleicher Regie - "La Habanera" mit dem unvergessenen Schlager "Der Wind hat mir ein Lied erzählt".
Bis 1942/43 bleibt Zarah Leander unter Vertrag der UFA. Nach ihrem letzten Film - "Damals" (1943) - verlässt sie aufgrund der Kriegssituation und weil Goebbels von ihr gefordert hatte, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, Deutschland und kehrt nach Schweden zurück.

Die Wiederaufnahme ihrer Karriere nach Kriegsende beginnt zunächst schleppend. Filmprojekte, z. B. mit dem österreichischen Regisseur A. Huebler-Kahla, werden aufgrund von Protesten der österreichischen Gesandtschaft in Schweden nicht realisiert, und darüber hinaus wird Zarah Leander in der schwedischen Presse wegen ihrer Tätigkeit im NS-Deutschland angegriffen.
Alte Musiker-Freunde, wie der Komponist Ralph Benatzky, der 1947 aus seinem amerikanischen Exil in die Schweiz zurückgekehrt war, und Michael Jary vermitteln ihr Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen sowie Konzertreisen. Drei Jahre nach Kriegsende - 1948 - feiert sie ihr Comeback in Deutschland; vor allem in Berlin wird der ehemalige Filmstar gefeiert. Ihr Konzertprogramm setzt sich aus altem Repertoire und neuen Liedern zusammen, die hauptsächlich Michael Jary für sie schreibt.
Versuche, im Filmgeschäft wieder eine Rolle zu spielen, enden in den 60er Jahren mit belanglosen ZDF-Fernsehproduktionen.
Auf der Konzertbühne oder als Schauspielerin in Operetten und Musicals, wie Peter Kreuders "Lady aus Paris"(1964), wird sie nach wie vor triumphal bis in die 60er Jahre gefeiert, doch ist sie zunehmend den Anstrengungen ständig wechselnder Auftrittsorte nicht mehr gewachsen, so dass sie ab 1973/74 nicht mehr auf Tournee geht. Bei festen Produktionen, wie 1975 im Theater an der Wien in dem Musical "Das Lächeln einer Sommernacht" von Stephen Sondheim, ist sie auch weiterhin erfolgreich zu sehen. Ihre letzte Schallplatte "Fenster meines Lebens" produziert sie 1977 in Schweden.

 

Hörzitat (1'38''): Ausschnitt aus einem Gespräch von Zarah Leander mit Gerd Peter Pick nach der Fertigstellung des Filmes "Gabriela", aufgenommen am 4.4.1950
(Produzent: Hessischer Rundfunk)


Aufnahmen mit Zarah Leander
Die in der pdf-Datei zusammengestellten Aufnahmen umfassen die Zeit von 1930 bis 1977. Neben einer alphabetischen Titelliste finden Sie die in schwedischer Sprache gesungenen Lieder sowie Wortaufnahmen als separate Rubriken. Von den Nachweisen des Deutschen Rundfunkarchivs können Umschnitte für journalistische, wissenschaftliche und kulturelle Zwecke im DRA bestellt werden.

Stand: 6. November 2006
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