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20. Todestag von Arno Schmidt

Gedenktage zu Politik, Kultur und Gesellschaft: 3. Juni 1999

 

Kurzinformationen

Foto: Portrait von Arno Schmidt Anfang der 60er Jahre im 'Windmülen-Bad' Hänigsen
 

Schriftsteller; Übersetzer

  • geboren am 18. Januar 1914 in Hamburg
  • gestorben am 3. Juni 1979 in Celle

Hörzitat (4'26'') aus:
Dokument DRA Ffm CD 38 a-j

 

Bild: Arno Schmidt Anfang der 60er Jahre im "Windmühlen-Bad" Hänigsen
Foto: Wilhelm Michels
mit freundlicher Genehmigung der Arno Schmidt Stiftung


Sein literarisches Werk zeichnet sich zum Teil durch assoziationsreiche Sprache und eigenwillige Orthographie aus. Er wird als einer der größten Sprachgestalter des 20. Jahrhunderts bezeichnet ("der Wortmetz im Gestein der Sprache"). Er schrieb Romane, Erzählungen und Essays u.a.: "Leviathan", "Das steinerne Herz", "Kühe in Halbtrauer" sowie die großen Typoskripte "Die Schule der Atheisten", "Abend mit Goldrand" und "Zettel's Traum".

Arno Schmidt arbeitete viel für den Rundfunk, vor allem ist es Alfred Andersch, damals Redakteur beim SDR, zu verdanken, daß er ihm in der SDR-Reihe 'Radioessays' ein Forum gab. Hier schrieb er seine einzigartigen Radioessays mit verteilten Rollen über Schriftsteller wie Karl May, Ludwig Tieck, Adalbert Stifter, Christoph M. Wieland, James Joyce und andere angelsächsiche Autoren.

Arno Schmidt war zudem ein sehr guter Vorleser seiner eigenen Werke, eine Vielzahl wurde mit den ARD-Rundfunkanstalten produziert und sind überliefert. Hier als Beispiel seine Erzählung über eine Bücherauktion
Hörzitat (4'26''): eine Aufnahme des Südwestfunks, Landesstudio Mainz vom 10.2.1958.

Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, übersetzte er zudem eine Reihe englischsprachige Literatur u.a. Edgar Allen Poe, James Fenimore Cooper und James Joyce. Seit 1958 lebte er zurückgezogen mit seiner Frau Alice in der von ihm so geliebten Lüneburger Heide ("I vote for Flachland") in Bargfeld, Kreis Celle. Ein großer Förderer seiner Arbeiten seit 1983 ist Jan Philipp Reemtsma. Die von ihm ins Leben gerufene Arno-Schmidt-Stiftung kümmert sich nach Schmidts Tod in vorbildlicher Weise um das Andenken und das Weiterleben der Werke des großen deutschsprachigen Schriftstellers.

Arno Schmidt starb am 3. Juni 1979 in einem Celler Krankenhaus an einem Herzinfarkt, den er einige Tage zuvor über seinem unvollendet gebliebenem Werk "Julia, oder die Gemälde" erlitt.


Aufnahmen

Lesungen:

Arno Schmidt
1955-1958 / DRA Ffm CD 38 a-j

 

Arno Schmidt
1956-1964 / DRA Ffm CD 36 a/b

 

Arno Schmidt
1955-1961 / DRA Ffm CD 39 a-f



Weitere Aufnahmen auf Anfrage



Weitere Hinweise

Interessante Informationen über das Leben und Werk Arno Schmidts, z.T. mit vielen Fotos aus Bargfeld, finden sich unter:
Gesellschaft der Arno-Schmidt-Leser, "Arno Schmidt im Netz" und der Homepage der Arno Schmidt Stiftung.

Stand: 3. Juni 1999
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